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Calling all German speakers and readers! We have completed the process of getting Connection Unknown translated into German but before we release it we'd like your feedback. How does this translation stand up? Does it make sense? Could it be improved? We want to know and always bring you the best versions of the books we can. Below are the first chapter for you to take a look at. Enjoy! 


Kapitel 1

8. März 2242

Luke gähnte und streckte sich, während er seine zweite Sicherheitsleine an der Drahtführung neben dem Laufsteg für Wartungsarbeiten befestigte. Mit einem festen Ziehen überprüfte er den Karabiner, bevor er die erste Sicherheitsleine löste. Seine Magnetstiefel klirrten auf der Leiter, während er sich summend den zweiten Frachtarm hinaufbewegte.

Er blickte über die gestapelten und verriegelten Container innerhalb der Aufbauten der Dahlia. Verschiedene Markierungen, alte wie auch brandneue - alle identisch in der Größe - erschufen eine geordnete Masse.

Die Lauflichter des Frachters blinkten vor dem Hintergrund von Vakuum und Sternen. Er konzentrierte sich auf seine Atmung und kletterte weiter. Warst du auf einhundert Weltraumspaziergängen, warst du auf eintausend.

Der mittelgroße Frachter bestand aus vier Teilen: Die eckigen Antriebe und die Wohnbereiche am Ende, die durch die konstante Beschleunigung von einem G glühten. Massive lange Streben, die als Ankerpunkte für die Container dienten und bis zum vorderen, gepanzerten Bug reichten. Dieser war eine zusammengesetzte Pyramide, die den Frachter und seine Fracht vor Mikro-Meteoren und anderen Trümmern schützte.

Die Grounder fanden es immer merkwürdig, dass sich während der Beschleunigung die Pyramide über dem Kopf und die Motoren unter den Füßen befanden. Raumschiffe waren eher wie Wolkenkratzer und weniger wie Boote ausgelegt.

Jeder dachte, dass man im Weltraum immer schwerelos sei. Mit Fusionsanlagen und geeigneten Ionentriebwerken war eine konstante Beschleunigung eine wichtige Vorraussetzung, um das Universum am Laufen zu halten. Die Menschheit wollte immer schneller werden. So lange man in physischem Kontakt mit dem Schiff war, fühlte es sich wie auf der Erde an. Nur der Boden befand sich immer in der Richtung, aus der die Haupttriebwerke das Schiff fortbewegten.

Das war auch der Grund, warum er gerade einen Kilometer klettern musste. Er hielt kurz an um sich abzukühlen. In einem Raumanzug zu schwitzen war nicht lustig. Fahrstühle wären ganz nett.

Luke hakte seinen Arm in eine Sprosse ein und justierte seine beiden Sicherheitsleinen. Er drehte den Ärmel seines Raumanzuges ein wenig, um den eingebauten Bildschirm auf seinem Unterarm zu betrachten. „Echo-Neun-Bravo“

Er war zwar gewachsen, doch nicht genug, um in den ausrangierten Raumanzug seines Vaters zu passen. Er füllte die Schulter- und Brustpartie zwar aus, aber der Anzug war trotzdem etwas zu groß.

Er überprüfte die Markierungen in seiner Umgebung und entdeckte die Luke E-9-B.

„Da bist du ja.“ Er kletterte nach oben, justierte seine Sicherheitsleinen und trat von der Leiter auf die Plattform, wo er einen Moment lang seine Arme und Beine ausschüttelte.

„Brücke, hier ist Luke. Ich bin bei der Wartungsluke E-9-B.“ Er zog an seinen Sicherheitleinen, um zu prüfen, ob sie gesichert waren.

„Hey Luke. Hier ist Marissa. Ich höre dich.“

„Yay“, antwortete Luke mit einer ironischen Belustigung.

„Freu dich ja nicht zu sehr“, erwiderte Marissa im gleichen Tonfall. Sie machte eine kurze Pause, vermutlich, um die Protokolle zu lesen.

Er wollte gerade nachfragen, ob sie noch da sei, als sie weitersprach. „Hier leuchtet das Warnlicht für den Strahlantrieb.“

„Geht es etwas genauer?“ Luke runzelte die Stirn und lockerte die Verriegelungen der Wartungsluke“

„Das ist alles was ich sagen kann.“

„Danke Schwesterherz. Okay, lass mich mal schauen.“

Er öffnete die Luke und sicherte sie. Ein sich anbahnender Kopfschmerz, bestehend aus einem Wirrwarr von Lichtern, Platinen und Kabeln, begrüßte ihn.

„Großartig.“ Luke löste den Scanner von seinem Gürtel, der über eine Sicherheitsleine mittels einer Spannrolle am Anzug verbunden war. Er zog sie weit genug heraus und arbeitete sich durch das Chaos.

Aller guten Dinge sind Fünfzehn. Luke bog die Metallstifte eines Steckers nach außen, um eine bessere Verbindung herzustellen und steckte ihn zurück in die richtige Position.

„Marissa, versuch einen Neustart.“ Er lehnte sich in seinen Sicherheitsleinen zurück und streckte sich, ohne sich Hoffnungen zu machen.

„Verstanden.“ Es wurde wieder ruhig, während er auf ihre Rückmeldung wartete. „Sieht von hier aus gut aus.“

„Großartig. Ich räume hier auf und komme dann zurück.“

„Hat nur eine Stunde gedauert!“, sagte Marissa in dem Versuch ein wenig Aufregung vorzutäuschen.

Luke grunzte, räumte sein Werkzeug weg und verschloss die Wartungsluke. „Alles gesichert. Komme wieder rein.“

„Alles klar. Mom bereitet gerade ihr Hühnerfrikassee zu.“

„Ist es wirklich Hühnchen?“

„Es ist irgendetwas. Riecht aber gut.“

Luke konnte sich regelrecht vorstellen wie Marissa im Kapitänsstuhl mit den Schultern zuckte. „Lecker. Sehe dich in Kürze. Luke Ende.“

Luke befestigte seine Sicherheitsleinen an der Führung der Leiter, schaltete seine Magnetstiefel aus und berührte mit diesen die Vorderseite der Leiter. Die Lichtfahne des Antriebs unter ihm betrachtend, lies er los und glitt nur wenige Zentimeter über der Leiter nach unten. Er festigte seinen Griff, um langsamer zu werden und seinen Abstieg zu kontrollieren. An der nächsten Kabelführung stoppte er.

Er summte unmelodisch vor sich hin während er seine Sicherheitsleinen bei der vorherigen Kabelführung aus- und bei der neuen wieder einhakte.

„Weiter geht’s.“ Er ließ los und glitt nach unten. Sein Bildschirm am Handgelenk vibrierte gegen seinen Unterarm.

Er hielt am Ende des Geländers an. Seine Füße waren gegen die Sprossen gestemmt und sein Ellbogen um den Handlauf gelegt, so dass er den Bildschirm an seinem Handgelenk sehen konnte, während er auf die Meldung tippte.

[Jynx] Wollte in einer Stunde online gehen. Bist du dabei?

Luke stoppte an der nächsten Unterbrechung der Kabelführung und hakte sein Bein in der Leiter ein. Das Innere seines Helms leuchtete auf und eine Tastatur war zu sehen, während er die kleinen Druckbälle in den Fingerspitzen seiner Handschuhe zum Scrollen und Eintippen seiner Antwort nutzte.

[Luke] Bin gerade auf dem Weg zurück. Muss was essen. Schließe mich euch dann an.

[Jynx] Ok, treffe dich dann bei Wally’s.

Luke atmete heftig, als er die Luftschleuse erreichte. Der Frachter war ruhig, wie ein Grab, abgesehen von seiner eigenen Atmung. Unter seinen Füßen waren mehrere Technikdecks mit den Haupttriebwerken der Dahlia an deren Ende, welche den Bereich hinter dem Schiff erleuchteten.

Die Tür der Luftschleuse, bestehend aus doppelwandigem Metall und etwa einen Fuss dick war mit einem winzigen Sichtfenster versehen. Sie rollte sich, von schweren Zahnrädern angetrieben, zur Seite. Sobald er durchpasste, quetschte er sich seitlich hinein, während ein blaues Licht stumm blinkte.

Er tippte einige Befehle in das Touchpad in der Mitte des Raumes.

Langsam und drehend schloss sich die Tür. Schwere Verriegelungsmechanismen und Dichtungen schnitten ihn vom Weltraum ab, Luft und Geräusche kehrten zurück. Das Licht in der Luftschleuse wurde gelb.

Als das Licht kurz darauf zu grün wechselte, brauchte die innere Tür etwa eine halbe Sekunde zum Entriegeln und Öffnen. Luke ging durch die Tür in den Umkleideraum und drückte mit der linken Hand auf das Touchpad neben der Tür. Die Luftschleuse schloss sich während Luke seinen Helm drehte, ihn entriegelte und abzog. Er öffnete sein Schließfach und verstaute seinen Helm im obersten Fach. Ein schnelles Drücken und Ziehen hakte seinen Metallkragen los. Er zog seine Stiefel aus und streifte den äußeren Anzug ab. Darunter trug er einen Schutzanzug. Er überprüfte die Sicherheitsleinen und dann den Rest des äußeren Anzugs. Er hatte an einigen Stellen Flicken, doch war er erprobt und hatte sich bewährt.

Er schob seine Füße, zurück in seine Stiefel und fuhr mit seinen Händen über den Raumanzug während er das Mantra sprach, dass sich, seit er alt genug war den Anzug seines Bruders zu tragen, in sein Hirn eingeprägt hatte: „Keine Risse, Grate oder Brüche.“

Er hing ihn auf und steckte die Anschlüsse des Handgelenkbildschirms und des Lufttanks in ihre Ladegeräte. Er überprüfte ebenfalls seine Handschuhe und verstaute sie in den Taschen seines Anzugs.

Er tastete nach seiner Notfallhaube und seinen Handschuhen, um sicherzustellen, dass sie sich an den richtigen Stellen seines Schutzanzugs befanden, schloss sein Schließfach und verließ den Raum.

Die Luke öffnete sich und ein Geruch von Kräutern, Gewürzen, Tomaten und möglicherweise Hühnchen lag in der Luft.

„Geh dich waschen!“, rief seine Mutter Adeline.

Sich vorbei zu schleichen war in Magnetstiefeln nicht möglich, da sie auf auf dem metallenen Deck bei jedem Schritt klackten und klickten, es sei denn sie waren abgeschaltet. Glücklicherweise waren sie gerade unterwegs und die 9,8 Meter pro Sekunde drückten ihn auf den Boden, als wäre er auf der Erde.

Luke verschwand im Badezimmer, nahm sich ein Hygienetuch, wischte sich den Schweiß vom Gesicht und fuhr sich mit dem Tuch anschließend über die Hände. Er warf es in den Reiniger und folgte dem Geruch des Hünhchen-Etwas.

Seine Mutter stammte von einem besiedelten System, einer Bergbaukolonie. Sie lebte den Großteil ihrer Kindheit auf Bergbau- und Frachtschiffen. Sie hatte die langen Knochen eines Spacers um das zu beweisen. Dennoch war sie kleiner als sein Vater Stephen. Sie bereiteten das Mahl zusammen vor. Stephen öffnete die Rationsboxen – Behälter aus Hartplastik mit magnetischen Füßen und einem Deckel, der zuschnappte, wenn man ihn nicht festhielt – während sie das Dinner servierte.

Luke hatte seinen ständig finsteren Blick, seine dunklere Hautfarbe und seine Größe von seinem Vater geerbt.

Stephen wuchs auf Bajra auf, einem Planeten im Redeemer-System, dass von der Föderation kontrollierten wurde. Er trat der Navy der Föderation bei, um die Sterne zu sehen und kehrte nie wieder zurück. Er beendete seinen Dienst, wechselte in seinen jüngeren Jahren von Schiff zu Schiff und entfernte sich so weit wie möglich vom föderationskontrollierten Raum wie möglich, bis die Tochter eines Bergarbeiters ihm sein Herz stahl. Sie machten die Dahlia zu ihrem Zuhause. Diese war damals ein Rosteimer, doch sie hielten das Schiff am Laufen.

Joey kletterte die Leiter aus den Arbeitsbereichen und Maschinenräumen herauf. Den Sternen sei Dank. Luke entspannte sich, glücklich darüber, dass er nicht alleine mit seinen Eltern essen musste während Marissa auf Beobachtungsposten war. Sie nickten einander zu und näherten sich dem Essbereich.

„Riecht gut“, sagte Joey.

„Ich habe ein paar Tomaten eures Vaters hinzugefügt“, antwortete Adeline und lächelte Stephen stolz an, während sie ihn mit der Hüfte anstupste.

Stephen lachte verlegen, aber stolz. „Es sind momentan nicht viele. Sollten aber über die nächsten paar Wochen ein paar Tonnen zusammenkommen.“ Während er sich umdrehte, verblasste sein Lächeln, als er Luke sah.

Lukes Innereien zogen sich zusammen.

Adeline räusperte sich betont, als sie zwei weitere Boxen nahm.

„Wie sieht es mit der Reaktorspülung aus?“, fragte Stephen, während sie sich zur Sitznische begaben. Luke ließ Joey zuerst Platz nehmen, da er außen sitzen wollte, um notfalls schneller verschwinden zu können.

„Der Reaktor sieht gut aus. Wie du sagtest vermutlich irgendeine Anhäufung. Ich würde trotzdem gerne den Reaktor scannen lassen, wenn wir die Odessa-Station erreicht haben. Ich bekomme ein paar seltsame Messwerte. So lange sollten wir eventuell auf den Backups laufen, falls das möglich ist“, sagte Joey, während er nickend seine Box entgegen nahm.

„Ich werde dir helfen. Bauchgefühle können ein Schiff sichern.“

„Danke, Mom.“ Luke lächelte während sie die Box vor ihm abstellte und diese sich mit einem Klicken an der Tischplatte anheftete.

„Versuchst du deinem Abschluss voraus zugreifen?“, lachte Stephen.

Joey grinste, versuchte es mit einem Schulterzucken herunterzuspielen und nahm einen Göffel voll Nahrung zu sich.

„Nicht mehr lange und du wirst einen Reaktor auseinander nehmen und zusammenbauen können. Oder du baust sie. Ich habe neulich was von meinem Freund, der in den Schiffswerften des Sigma-Systems arbeitet, gehört. Er sagte sie suchen nach ein paar Ingenieuren.“ Stephens beiläufige Bemerkung erregte Joeys Aufmerksamkeit.

Er öffnete seinen Mund, um zu reden und erntete einen strengen Blick seiner Mutter.

Luke verbarg ein Grinsen und aß weiter, während Joey schnell kaute.

„Wirklich? Woran arbeiten die?“

Stephen lehnte sich vor. Seine Augen glänzten, während er ein Lächeln mit Joey teilte. „Sie haben drei Werften am Laufen – Frachter, Kreuzer und Privatschiffe. Aber sie wollen sich mehr auf die Luxuskreuzer und Privatschiffe konzentrieren. Die Mega-Werften aus dem Kari- und dem Gongdian-System schlagen alle anderen mit ihren Mega-Frachtern. Stephen nutzte die chinesische Aussprache von Gongdian. Es half einem Händler sehr, wenn er wusste wie man die Systeme aussprach, in denen man handelte.

„Ich verstehe nicht, warum Gongdian ein Siedler-System ist“, sagte Luke.

„Die Leute lieben ihre Freiheit. Tiankong Gongdian wurde vom alten China gegründet, bevor das Konzil der Sonne entstand. Sie wollten nicht unter den Regularien der Koalition oder der Föderation stehen“, sagte Adeline.

Stephen grunzte zustimmend.

„Wie dem auch sei, keine Politik am Esstisch. Ich habe gehört du hast deine Aufgabe am Strahlruder erledigt?“ Adeline lächelte Luke an.

„War nur ein verbogener Stecker. Ich habe ihn wieder in Form gebogen und danach hochfahren lassen. Marissa sagte es läuft wieder gut.“ Luke zuckte mit den Schultern und aß weiter.

„Nun, es gibt einiges, das auf dem Schiff erledigt werden muss“, sagte Stephen mit einem leichten, beschwörenden Ton.

Luke verbarg seinen Ausdruck hinter einem weiteren Mund voller Nahrung. Die gibt es immer.

Adelines Lächeln wurde angestrengt, während Joey sein Essen fokussierte und Stephen einen weiteren Göffel voll zu sich nahm.

Luke grunzte und schob sich sein Essen rein, ohne auf den Geschmack zu achten.

„Also, hast du über das, worüber wir gesprochen haben, nachgedacht, Luke?“ Stephen sah auf.

Luke verzog die Lippen und bemerkte, dass Joey seinem Essen noch mehr Aufmerksamkeit schenkte als zuvor.

„Du bekommst einen Teil des Gewinns von jeder Fahrt die wir machen und kannst an deinen damit verbundenen Fähigkeiten arbeiten.“

„Dad, ich… ich weiß nicht ob ich als Händler arbeiten möchte.“ Luke ließ die Schultern hängen.

„Wenn du uns sagst, was du tun möchtest, können wir dir helfen, Liebling“, sagte Adeline.

„Ich-“ Luke zog eine Grimasse. Dann richtete er sich auf und sah sie beide an. „Ich will für die Gilden spielen.“

„Spielen ist kein Job,“ sagte Stephen, wobei er versuchte seine Worte sanft klingen zu lassen.

Luke senkte seinen Blick. „Das ist es, wenn ich angenommen werde. Sie zahlen gut genug. Und ich bekomme einen Karrierevertrag, Boni, Vorteile...“

„Du hast fast non-stop während deiner gesamten Highschool-Zeit gespielt“, sagte Adeline.

„Ich weiß. Aber immer kamen mir die Schule oder meine Aufgaben dazwischen. Ich bin gerade mal einen Monat aus der Highschool raus!“ Er aß schneller, um sich auf etwas fokussieren zu können.

„Luke, es ist Zeit, dass du dich auf deine Zukunft konzentrierst“, sagte seine Mutter.

„Du hast jetzt vielleicht mehr Verantwortungen, aber das heißt nicht, dass du keine Freizeit haben wirst“, fügte Stephen hinzu.

„Was ist, wenn Marissa geht, um Kreuzer zu fliegen? Oder wenn Joey geht, um in den Schiffswerften zu arbeiten?“

„Dann stellen wir Leute ein. Wir denken schon länger darüber nach mehr Leute einzustellen, um die Arbeit besser aufzuteilen. Wir wollten auf eine 10-Mann-Crew aufstocken. Das bedeutet zwar geringere Anteile für jeden, aber wir hätten alle mehr Freizeit.“

Die Dahlia war ihr Zuhause. Es würde sich merkwürdig anfühlen, wenn hier plötzlich Fremde herumliefen.

„Wen?“ fragte Joey.

„Eure Cousins. Da sind einige drunter, die sofort die Chance nutzen würden, um auf einem wurmlochfähigen Frachter anzuheuern“, antwortete Adeline.

„Luke. Wenn du nicht auf der Dahlia arbeiten möchtest, ist das okay. Aber würdest du bitte andere Optionen in Betracht ziehen, als Gildenspieler?“, fragte Stephen.

„Es wäre einfacher, wenn ich nicht die drohende Miete über meinem Kopf schweben hätte.“ Luke schob sich den letzten Rest seines Dinners in den Mund, nicht ohne den Blick zwischen seinen Eltern zu bemerken.

„Die Miete ist keine Bestrafung. Du bist jetzt erwachsen und es gibt nun Dinge für die du zahlen musst. Wir wissen, dass es nicht leicht ist.“

„Also heißt es: Nimm einen Job an oder wir zwingen dich auf dem Frachter zu arbeiten.“ Luke schüttelte seinen Kopf und verließ den Tisch. „Danke fürs Dinner. Ich arbeite jetzt an meinem nutzlosen Traum.“

„Luke…“ Adelines verletzte Stimme ließ Lukes Schultern zusammenzucken, als er seine Box und den Göffel in die Reinigungseinheit schob.

„Du kennst die Systeme der Dahlia in und auswendig. Zwei weitere Jahre als Lehrling und du kannst auf hunderten verschiedener Schiffe arbeiten“, wiederholte Stephen sein nur allzu bekanntes Argument.

„Ich will nicht auf Schiffen arbeiten. Ich will keine Strahlruder neu aufbauen oder uns in Ladedocks navigieren! Ich will kämpfen. Darin bin ich gut. Ihr lasst mich nicht dem Militär beitreten, also ist dies das Nächstbeste. Wenn ich all die anderen Dinge tun würde, wäre das nicht ich.“

Ihre Gesichter verzogen sich, als sie mit sich kämpften.

„Ich weiß, dass ihr euch um mich sorgt, aber ich weiß noch nicht was ich tun werde. Danke für das Dinner.“ Seine Schultern hingen herab, während er sich zum Netzraum begab.

Er atmete den Geruch von Schweiß und Schmierfett ein, als er die Tür hinter sich schloss.

Mehrere Buchten lagen offen vor ihm. Netsuits aus Alluminium und gehärtetem Plastik, die schon seit Jahren getragen wurden, nahmen drei davon ein. Geschlossen wirkten sie wie eine Powerrüstung. Sie standen auf ihren Ladeblöcken und waren über einen überdimensionalen, mechanischen Arm mit der Decke verbunden.

Die Spannungen in Rücken, Armen und Nacken verschwanden, als er mit der Hand über die kühle Oberfläche der Anzüge fuhr. Er tätschelte seinen vertrauten Netsuit und wischte sich die Hand ab. „Du musst bald gereinigt werden. Ich werde deine Lüfter ausbauen und den ganzen Staub rausholen.“ Er tippte auf den Bildschirm, der in die Brust des Anzugs eingebaut war. Er flackerte und wurde auf der einen Seite etwas unscharf.

Ein paar gut platzierte Klopfer sorgten für ein klareres Bild. Er brauchte auch einen neuen Bildschirm. Dieser hier fiel langsam auseinander, wie alles andere auf dem Schiff.

Ein bloßer Blick erzählte ihm alles was er wissen musste.

„Servos gut, Sensoren gut, Netzverbindung gut.“ Er hakte die Checkliste ab und drückte den Powerknopf.  Die Platten des Anzugs entriegelten und zogen sich zurück während der Helm nach hinten klappte.

„Frisch wie immer. Selbst der Schweißreiniger bekommt den Geruch nicht raus.“ Er zog seine Stiefel aus, ließ sie magnetisiert auf dem Boden und schälte sich aus seinem Schutzanzug, wobei ein abgetragenes T-Shirt mit einem sich ablösenden Logo zum Vorschein kam. Seine Shorts waren gleichermaßen abgenutzt.

Er befestigte seinen halb gepanzerten Schutzanzug an einem Kleiderbügel, überprüfte noch einmal die Anzeigen und schritt rückwärts in den Netsuit.

Nach all den Jahren empfand er immer noch ein vertrautes Kribbeln, wenn seine Füße in ihr Zuhause glitten und er seine Arme in die Ärmel des Netsuits schob.

Er atmete tief ein und aus während er auf die Druckbälle an seinen Fingerspitzen drückte. Die Servos auf seinem Rücken summten, als sich die Zahnräder unter den Platten in Bewegung setzten. Von seinen Händen und Füssen aus, bis zu seiner Brust, schlossen sich die Platten und verriegelten an ihrem Platz mit einer Reihe von Klicks. Die aufblasbaren Kissen des Anzugs dehnten sich aus und umschlossen ihn, wie die Manschette eines altmodischen Blutdruckmessgeräts, bevor sie sich leicht wieder zusammenzogen und sich an ihn schmiegten, ohne ihn einzuengen.

Die Wärmetauscher begannen ihre Arbeit und kühlten Luke, während sie die fester gewordene Kühlflüssigkeit ausspülten, die unter der Schicht der Kissen war, die Lukes Haut berührten.

Sein Helm klappte runter und Dunkelheit umschloss ihn, bevor die Projektoren vor seinen Augen aufflackerten.

Eine hellblaue Willkommensbildfläche erschien im Visier.

Er rollte mit seinen Fingern und Daumen über die bekannten Eingabebälle und gab seine Zugangsdaten für das Netz ein.

„Willkommen im Netz, Luke Tavares“, sagte eine beruhigende Computerstimme.

Licht fiel ein, als Luke aufstieg. Der Arm im Netzraum hob ihn an, doch innerhalb des Netsuits flog er auf ein goldenes Lichtfeld in der Decke zu. Er flog hindurch und kam innerhalb des Netzes zum Stehen. Geräusche, Lichter und Menschen breiteten sich im öffentlichen Netz von Odessa aus. Eine virtuelle Stadt erstreckte sich in alle Richtungen. Vollgepackt mit Avataren von Menschen, mit physik- und schwerkrafttrotzdenden Gebäuden, Parks, die wie Fischbecken entworfen waren, an deren Mauern sich Bäche und Bäume schlängelten. Luftschiffe und Shuttles schossen durch den Himmel. Menschen flogen – entweder in Autos oder ganz von selbst, je nachdem wie sie es wünschten.

Luke bewegte seine Finger und rollte mit den Schultern. Sein Avatar war nur ein paar Zentimeter kleiner als seine tatsächliche Größe. Nach einer Ewigkeit des Gamings und der Nutzung des Netzes, war kleiner oder größer zu sein nichts anderes, als würde man eine Jeans statt einer kurzen Hose tragen.

Er rief einen Spiegel auf und überprüfte seinen Avatar. Seinem tatsächlichen Aussehen ähnlich genug, trug er einfache Cargohosen und ein T-Shirt, dass er bei einem Wettbewerb der Star Kings Gilde gewonnen hatte.

Wenigstens hat sie nicht mit meinem Avatar rumgespielt. Er knirschte mit den Zähnen während er sich an die Palette an Makeup erinnerte, mit der sie seinen Avatar verunstaltet hatte, als er diesen das letzte mal ungesichert hinterließ.

Kopfschüttelnd schritt er voran und bewegte sich fünf astronomische Einheiten von einer Station oder einem bewohnten Planeten entfernt. Er lief in die Geräusche und ein sich bewegendes Meer von Menschen hinein.

Im Netz konnten Menschen sein, wer auch immer sie wollten und gehen, wo auch immer sie hin mochten. Das Hypernet, dessen Kommunikation schneller als das Licht war, verband die Menschheit von dutzenden von Sternensystemen.

Seine Augen suchten die Gehsteige und Straßen ab. Avatare erschienen und verschwanden willkürlich. Riesen, gepanzerte Soldaten, Leute aus Plastik oder mit blau-, lila- und orangefarbener Haut. Mechas und Elfen. Die Menschheit und ihre Onlinepersönlichkeiten auf einem Fleck.

Er verließ die Plattform und betrat das Getümmel der Leute. Ein Meer von Werbungen überwältigte Luke: Verschiedene Pilotenschulen, die neueste Mode, Multi-Tools, Netsuits und Dating-Portale. Ganze Gebäude waren eine einzige Werbung. Es gab fliegende Werbetafeln und sogar Geschäftsavatare auf den Gehwegen. Wenn man sie ansah fokussierte sich ihre Nachricht auf dich und ihr Sound wurde abgespielt.

Marissa musste als letzte online gewesen sein.

Die Werbungen verschwanden und Luke schaltete den lokalen Chat stumm. Somit blendete er jeden aus, der öffentlich sprach.

Das Netz wurde ruhig, als die Hintergrundgespräche verstummten. Er erwiderte das Lächeln einer Frau mit Bobfrisur – grün auf der einen und rot auf der anderen Seite – die gold/schwarze Klamotten mit geometrischen Mustern trug und neben einem Echsenmann mit pinken Schuppen und aquamarinfarbenen Augen lief.

Eine Gruppe von Schulmädchen, in gleichen Uniformen, schlängelte sich durch die Menge, auf dem Weg zu oder von ihrer Schule. Mit dutzenden von bewohnten Systemen und Stationen variierten die Zeiten, in denen Menschen schlafen gingen und aufstanden, innerhalb der humanen Sphäre. Jynx lebte im Maxxel-System, Fin im Hydrea-System und Luke sprang fast wöchentlich zwischen den Systemen. Im Zeitalter des Hypernet fand Unterricht im Netz und nicht in Gebäuden statt. Er und Jynx belegten gemeinsam ein paar Fächer und wurden durch ihre gemeinsame Leidenschaft fürs Gaming schnell Freunde.

Leute unterhielten sich, gingen in Geschäfte entlang der Hauptstraße oder teleportierten einfach hinein, um Spiele, kosmetische Onlineanpassungen oder Offline-Lieferungen zu kaufen. Alles was in der realen Welt Welt möglich war, konnte man auch hier machen. Und mehr.

[Jynx lädt zu einem Chat ein]

Luke akzeptierte. „Wo bist du? Habe mich gerade eingeloggt.“

„Ich bin in Wally’s Burgers.“

„Alles klar, eine Sekunde. Ich bin im Odessa-System.“ Luke wischte durch die Orte, die er bisher besucht hatte und wechselte zu Wally’s.

Seine Sicht zog sich zu Lichtlinien zusammen, bevor sie wieder normal wurde und Wally’s Burgers vor ihm auftauchte. Das Diner war in einem 1970er Stil dekoriert. Ein Automaton aus Plastik stach sofort ins Auge. Er stellte die Karikatur eines Kochs mit einem massiven Schnurrbart dar, der ständig einen Burger zu und von seinem Mund weg bewegte und dabei die ganze Zeit lächelte.

Jynx saß draußen. Es war nur zahlenden Kunden erlaubt in den Innenräumen von Wally’s zu sitzen. Sie trug ihre schwarzen Jeans, ein T-Shirt von irgendeiner Gilde, sowie einen Hoodie von Orion’s Belt, der aus einer limitierten Edition stammte. Ihr dunkelbraunes Haar mit blonden Strähnen war zu einem Pferdeschwanz gebunden, der über ihre linke Schulter drapiert war.

Für Luke sah sie atemberaubend aus.

„Holst du was zu essen?“ Er grinste und zeigte auf den Burgerladen, in dem Versuch seine Gedanken abzulenken.

„Ich bin hier um zu spielen, nicht um zu essen.“ Jynx rollte mit den Augen und verbarg ein Lächeln. Der Witz war so alt wie ihre Freundschaft.

[Fin ist online]

„Ich habe ihn“, sagte Jynx. Sie öffnete ihren Bildschirm während sich Luke auf die Bank setze und die Leute beobachtete, die vorbei gingen.

Dutzende von Ebenen verschwanden über und unter ihnen. Die Hauptstraße war für alle Altersgruppen freigegeben. Keine Waffen, keine Gewalt, kein Trinken von Alkohol und keine Nacktheit. All dies war auf Privatnetze, DLCs, Geschäfte oder Spiele begrenzt.

Fin erschien an der Stelle an der auch Luke auftauchte. Leute liefen durch ihn hindurch während er sich materialisierte. „Ich schwöre, eines Tages wird Wally was zu schlucken bekommen. Etwas Prometheusmäßiges. Dauert nicht mehr lange, Kollege!“ Fin brüllte in Richtung Wally’s und wurde von Passanten dabei angestarrt.

„Blödmann“, murmelte Luke.

Jynx schnaubte als Fin ein reueloses Grinsen zeigte. Sein Jumpsuit war das diesseitige Gegenstück zu normaler Kleidung. Ein vorgegebenes Standardoutfit. Er wollte kein Unternehmen für Extras bezahlen. Schon gar nicht für kosmetische.

„Also. Sie schalten wirklich Orion’s Belt ab?“ Fin sah Jynx an.

Sie nickte. „Letzter Tag.“

„Orion’s Belt. Sieh die Sterne.“, versuchte Luke den Slogan des Spiels zu imitieren.

Fin schlug gegen Lukes Schulter.

„Trotzdem eines des besten Spiele da draußen“, sagte Luke.

„Wo wir uns alle getroffen haben“, fügte Jynx hinzu.

Fin nickte.

„Habt ihr Lust auf einen letzten Run?“ Luke stand auf. „Wir können uns einem Schlachtzug gegen Kat’uzar anschließen.“

„Zur Hölle, ein letztes Mal! Alles geben und alle Verbrauchsgegenstände verballern!“ Fin schlug sich auf die Beine und stand ebenfalls auf. Beide schauten Jynx an.

Diese warf ihre Hände nach oben und grinste. „Alles klar, ein letztes Mal.“

„Lasst uns loslegen!“ Fins lasst klang eher wie lasssssst.

„Behalte deinen Jumpsuit an“, murmelte Luke während Jynx in ihrem Interface werkelte.

[Gruppentransit zu Orion’s Belt?]

Luke nahm an. Seine Sicht veränderte sich, als sie vor der bekannten Lobby, mit dem schwebenden Schild für Orion’s Belt über dem Eingang, auftauchten. Gebäude, die einmal als modern galten, waren nun alt. Trotzdem war dies ein zweites Zuhause. Ein Ort, den er so gut wie sein eigenes Zimmer kannte.

„Ich werde diesen Ort vermissen“, sagte Fin, während er die Atmosphäre in sich aufnahm.

Luke räusperte sich. Sie hatten sich seit ein paar Minuten nicht bewegt. „Kommt schon.“ Er winkte sie vorwärts.

Jynx führte die Gruppe an. Drinnen waren Stände aufgebaut an denen die Spieler ihre Ausrüstung überprüfen konnten. Es gab einen Schießstand, um Waffen zu testen und Shops, um Ingame-Ausrüstung, Lootboxen, kosmetische Anpassungen und ähnliches zu kaufen.

Die Tür, um sich ins Spiel einzuloggen, sah wie eine Luftschleuse aus. Die Leute berührten sie, verschwanden und betraten das Spiel. Eine feierliche Stille erfüllte die Lobby, an die sich Luke nicht erinnern konnte.

Geflüster und leise Gespräche drängten sich von der Seite auf, wie ein Käfer in seinem Ohr.

Eine Menschenmenge versammelte sich um eine holographische Sternenkarte. Einige verschwanden, als würden sie sich in ein Spiel einloggen. „Was geht denn da drüben ab?“

Fin verzog das Gesicht. „Ein weiterer Log-In-Eingang?“

„Das macht keinen Sinn. Es gab immer nur einen Loginbereich“, antwortete Jynx. „Sphere World?“

„Ich habe noch nie von etwas namens Sphere World gehört. Noch erinnere ich mich daran, dass dieser Bereich bisher da war.“ Luke runzelte die Stirn. Der Bereich war in einer Ecke verstaut und hinter Ständen versteckt. Ohne das Geschnatter der Leute hätte er es nicht bemerkt. Luke sah zu Jynx. „Haben dein Dad oder Onkel---“

„Sie haben nie was erwähnt und ich glaube nicht, dass ich gehört habe, wie sie darüber geredet hätten.“ Jynx zog die Brauen zusammen während sie sich auf die Innenseite ihres Mundes biss.

„Könnte eine Demo für etwas sein an dem sie arbeiten?“, schlug Fin vor.

Jynx machte ein unverbindliches Geräusch.

„Warum sehen wir uns das nicht mal an?“ Fin grinste.

„Wir sind wegen Orion’s Belt hergekommen“, antwortete Jynx.

„Komm schon. Ein kurzer Blick und dann machen wir Orion’s Belt unsicher!“ Fin schaute beide an und fokussierte sich dann auf Jynx.

„Na schön. Okay.“ Jynx warf die Hände hoch und ließ sie auf ihre Beine klatschen, während sie Luke und Fin angrinste.

Sie gingen durch die Leute, als wären sie Geister und erreichten die Sternenkarte.

Luke rief sein Terminal auf und verband es mit Sphere World. Alles außer Sphere World wurde ausgegraut und verschiedene Spawnpunkte wurden angezeigt.

„Es ist Free-to-Play. Aber wir müssen erst ein Tutorial durchlaufen und wir können nur auf Sphere World spawnen.“ Er klickte auf den Ort, die Karte drehte sich und zoomte auf eine kugelförmige Station, die den fünften Planeten – einen entfernten Eisball – umkreiste. „Im Orbit von Valhalla“

„Sieht nach einem netten Planeten aus. Ein arschkalter, kleiner Eisberg. Seht euch mal die Werte der Sphere World Station an. Es ist verflucht massiv“, sagte Fin.

„Nun, dann lasst uns das Tutorial hinter uns bringen“, erwiderte Jynx.

„Ich bin drin. Sieht aus als gäbe es Camps auf Valhalla. Was wir da so alles machen können?“ Fin tippte auf die holografische Karte und scrollte durch die Menüs.

„Alles klar, sehe euch drinnen.“ Luke klickte die einzige verfügbare Option, das Tutorial, an und betrat das Spiel. Während seine Projektoren sich verdunkelten, wurden seine Arme und Beine sanft nach unten in eine gerade Haltung gezogen. Er ließ die Servos ihre Arbeit machen. Sie rasteten in ihrer Position ein und seine Sicht erhellte sich.

„Tritt bitte vor“, sagte eine Frauenstimme, die von irgendwoher kam.

Luke trat aus dem Gestell heraus auf den Stahlboden, wo sich seine Stiefel an den Boden drückten. Er sah nach unten und bemerkte metallene Gliedmaßen, als ein Spiegel von der Decke herabsank und vor ihm hängen blieb.

Ein menschlicher Kampfbot starrte ihn an, ähnlich den Sicherheitsbots, welche die Unternehmenselite beschützte: mechanische und elektrische Systeme, die von einem strapazierfähigen Rahmen und anidisierten Rüstungsplatten gestützt wurden, ließen ihn sauber, funktional und kraftvoll aussehen.

Eckige Klammern tauchten im Spiegel auf und hoben ihn hervor.

[Bot]

[Die Art wie Benutzer mit Sphere World interagieren]

Er bewegte seine Metallfinger und sah an seinem Körper hinab. Es waren nicht seine Magnetstiefel, die sich an den Boden drückten, sondern die Füße des Bots. Er bewegte sich und spürte die Trägheit seiner Bewegungen. „Fühlt sich an, als wäre ich in einem dreihundert Pfund schweren Metalmonster.“ Luke lachte und sprang leicht.

„Willkommen im Tutorial von Sphere World“, sprach die Stimme. „Sie benutzen einen Bot. Als erstes werden wir die Grundlagen von Sphere World durchgehen. Bitte begeben Sie sich in die Testkammer.“

Eine Tür gegenüber dem Gestell öffnete sich und gab den Blick auf einen Korridor frei.

„Bitte folgen Sie dem Korridor.“

Luke beeilte sich nicht. Er überprüfte zunächst seine Bewegungen, um sich an seine Aktionen und die Reaktionen des Bots zu gewöhnen. Dann schaute er sich die Settings und den Ausrüstungsbildschirm an.

[Bot]

[Primärwaffe:___]

[Sekundärwaffe:___]

[Aufwertungen:___]

[Verschiedenes:___]

[Träger:___]

„Alles klar, genug rumgespielt. Zeit es hinter mich zu bringen. Ich schätze als erstes ist Kriechen dran.“ Luke ging durch die Tür und betrat den Korridor, der nur halb so hoch wie seine Größe war und einige Meter tief verlief.“

Die Tür schloss sich hinter ihm, doch er wurde nicht langsamer.

„Der Bot wurde entworfen, um mit menschlichen Benutzern zu interagieren. Bitte kriechen Sie unter dem folgenden Hindernis hindurch und robben Sie unter das nächste.“

Luke war schon dabei zu kriechen und begab sich dann auf den Bauch, um unter einer kurzen Barriere hindurch und in einen größeren Raum, mit mehreren weißen Kreuzen und schwarzen Vierecken an den Wänden, zu robben.

„Bitte passen sie ihre periphere Sicht und Helligkeit an. Sie sollten die weißen Linien in den schwarzen Vierecken gerade so erkennen können.“

Er veränderte die Einstellungen indem er die Helligkeit hochdrehte, um die weißen Kreuze sehen zu können und seine Sicht auf einen Bereich öffnete, der ihm komfortabel vorkam. Ich will ja nichts in einer dunklen Ecke übersehen.

Luke durchlief ein paar weitere Kalibrierungsüberprüfungen.

„Bitte begeben Sie sich in den nächsten Raum.“

Er lief weiter und fand mehrere Türen.

„Sie haben die grundlegenden Bewegungsprüfungen und Eingliederungen abgeschlossen. Sie befinden sich aktuell in der Simulation. Sie können sich nun mit ihrem eigenen Bot in die eigentliche Sphere World begeben oder mit weiterführenden Tutorials fortfahren.“

In einem Halbkreis erschienen Einstiegsluken mit eigenen Überschriften: Bergbau, Bauen, Kampf, Fliegen, Bodentransport und Raumflug.

Luke öffnete seinen Gruppenchat und lud die anderen ein.

[Jynx ist deiner Gruppe beigetreten]

[Fin ist deiner Gruppe beigetreten]

„Macht ihr mit den Tutorials weiter oder springt ihr direkt rein?“

„Wir springen direkt rein. Ich weiß nicht wie lange das hier online sein wird“, antwortete Fin.

„Ich stimme zu. Das hier könnte ein Leak sein. Sie haben vielleicht noch nicht bemerkt, dass es sich bei Orion’s Belt eingehakt hat. Sie werden es irgendwann herausfinden und dann runter nehmen“, stimmte Jynx zu.

„Wollt ihr in das eigentliche Spiel oder in die Simulation? Was ist eigentlich der Unterschied?“, fragte Luke.

„Ich habe Sphere World gefragt. Sie beantwortet tatsächlich fragen. Das ist eine heftige Demo“, lachte Fin. „Du kannst ein Szenario in der Simulation spielen, aber das ist dann im Sandbox-Stil --- du kannst jede Ausrüstung nutzen, die du willst, auf jeder Karte spielen, die du willst oder sogar deine eigene erstellen. Allerdings verdienst du dann keine Plats.“

„Plats?“

„Platinum. Das ist die Währung des Spiels. Zweitausend Platinum entsprechen einem Credit.  Wie auch immer. Im richtigen Spiel spawnen wir in Bots auf Sphere World und können tun was wir wollen. Und es hat eine einhundert prozentige Persistenz.“

„Und Persistenz bedeutet?“, murmelte Luke.

„Es bedeutet wenn du, sagen wir mal, eine Kaffeetasse von der Sphere World Station aufhebst, sie mit auf einen Asteroiden nimmst und sie dort hinstellst, ein anderer vorbeikommen und sie mitnehmen kann“, erklärte Jynx.

„Also kann ich Sachen hin und her bewegen?“

„Sagen wir mal du baust Erze auf einem Asteroiden ab. Die nächste Person, die vorbeikommt, wird nur das vorfinden, was du zurück lässt.“

„Oh, also ist es wie in der realen Welt?“

„Ja, aber mit Robotern und einer riesigen Megastruktur, die über dem Planeten hängt!“, hob Fin hervor. „Wenn du mit einer Railgun im System rumballerst, könntest du einen Planeten oder ein Schiff treffen. Betreibst du Bergbau auf einem Asteroiden und baust alles ab, kann niemand anderes mehr dort etwas abbauen. Persistenz heißt nicht nur, dass Objekte dort bleiben wo sie sind. Es bedeutet auch, dass die verfügbaren Ressourcen limitiert sind.“

„Spielen wir heute noch, oder reden wir darüber was das Entwicklerteam so macht?“, fragte Jynx..

„Ich stimme für Spielen!“, antwortete Fin.

„Gilt auch für mich. Werde auf Sphere World spawnen.“ Luke verließ das Tutorial.

Der Raum trübte sich und eine Blaupause von Sphere World tauchte vor ihm auf. Mehrere Punkte auf der Karte waren hervorgehoben. Er klickte auf die Docks. Ein Shuttle, Kampfflieger und Truppentransporter konnten ausgewählt werden. Doch jedes würde Credits kosten.

Echtes Geld? Was zur Hölle? „Sieht so aus als könne man Ausrüstung mit Creds kaufen. Oder man nutzt Platinum zum Bezahlen.“

Luke schüttelte den Kopf und wählte einen Bereich in dem man kostenlos in einem Bot spawnen konnte.

„Jep, wir bekommen jeden Tag einen kostenlosen Bot, wenn sie welche haben“, sagte Jynx.

„Wenn sie welche haben?“

„Endliche Ressourcen im System bedeuten vermutlich auch limitierte Ressourcen in Sphere World selbst, um die Balance zu waren. Sie wird also vermutlich nicht jedes mal einen neuen Bot erschaffen, wenn jemand einloggt“, erwiderte Fin.

Er nahm an und tauchte in einem neuen Gestell auf, das demjenigen ähnelte in dem er vorher war.

„Hm, diese Bots fühlen sich anders an, als die aus dem Tutorial. Irgendwie solider“, stellte Luke fest.

„Wo bist du gespawnt?“, fragte Jynx.

„Ähm…“ Luke sah sich um. Er rief die Karte auf und zuckte zusammen. „Ich bin ziemlich weit von euch beiden entfernt.“

„Treffen wir uns an meiner Position? Scheint als ob ich zwischen euch beiden bin. Und nahe der Docks.“ Jynx schnaubte. „Und es gibt scheinbar hunderte von Docks und Hangars an diesem Ort.“

„Hört sich für mich gut an“, antwortete Fin.

„Hey, geh aus dem Weg! Du blockierst das Gestell!“, schrie jemand hinter Luke.

„Oh, Verzeihung!“ Luke wechselte auf den lokalen Channel und bewegte sich. Ein großer Laufsteg, mit abzweigenden Leitern zwischen den Ebenen, verlief von links nach rechts.

Er rief die Karte auf und setzte einen Wegpunkt auf Jynx, woraufhin sich eine Route durch die Laufstege und Leitern abzeichnete. Das ist angenehm.

„Beeil dich!“, rief Fin.

„Komme.“ Luke schloss die Karte. Sein HUD zeigte eine leuchtende Linie vor ihm. Er fing an zu joggen und verfiel dann in einen schnelleren Lauf.

Heilige Scheiße.

„Diese Dinger können ganz schön Geschwindigkeit aufnehmen!“, lachte Luke während er den Korridor mit Gestellen entlang rannte. Am Ende war keine Mauer und man konnte das Herz von Sphere World sehen. Automatische Arme schweißten, bemalten, druckten oder setzten Ausrüstungen zusammen. Einige davon ließen Schiffe erkennen. Andere waren noch nicht weit genug voran geschritten, um identifizierbar zu sein.

Rohe Materialien und Komponenten flossen durch die Struktur wir ein Fluss.

„Wir befinden uns hier in niedriger Gravitation. Pass auf, dass du dich nicht in einen Laufsteg oder in die Fabrikbereiche katapultierst“, warnte Jynx.

Verschiedene Areale erleuchteten, als sich Luke ihnen näherte. Er versuchte langsamer zu werden. In niedriger Gravitation langsamer zu werden, war ein vorsichtiger Prozess: der eigene Schwung bleibt bestehen, während die Füße dank der Magnetstiefel fest am Boden blieben. Es war ein schneller Weg den Vorwärtsschwung in einen Drehschwung zu wandeln, was dazu führte, dass man sich die Fußgelenke brach und mit dem Gesicht voran aufs Deck knallte.

„Diese Dinger sind schwer“, murmelte Luke während er gegen Schwund und Trägheit ankämpfte, um langsamer zu werden und zu stoppen.

„Sie sind aus Metall, richtig? Und sie sehen menschengroß aus. Also ergibt das was? Das 7,8- bis 8-fache des Gewichts?“, fing Fin an.

„Bitte kein Mathe“, bettelte Jynx.

„Okay, okay! Ignoranten!“

Luke kam endlich zum Stehen. Er griff mit seinen Metallfingern nach dem Laufsteg und tippte seine Hacken aneinander, um die Magnetstiefel auszuschalten.

„Oh jaaa!“, jubelte Luke und sah den Laufsteg entlang.

„Das klingt wie ein Oh jaaa von Jynx“, sagte Fin vorsichtig. „Und sie hat mir gerade den Mittelfinger gezeigt. Schau --- da ist eine Waffenkammer!“

Luke passte seinen Griff an, zog und bewegte sich vorwärts, nur Zentimeter über dem Laufsteg. Er grinste und wiederholte die Bewegung. Mit jedem Zug gewann er an Geschwindigkeit. Er strengte sich an in Armlänge zum Laufsteg zu bleiben, immer darauf bedacht nicht in die Barrieren zu beiden Seiten zu krachen und in den leeren Raum dahinter gezogen zu werden.

Als er ein Gefühl dafür bekam, erhöhte er die Geschwindigkeit.

„Niedrig-G Express!“ Luke lachte während er nach vorne schoss, um einiges schneller als seine vorherige Geschwindigkeit und ohne das Ruckeln durch die Magnetstiefel.

Die Karte öffnete sich in seinem Sichtfeld und er überprüfte seine Route.

Luke wechselte zur Normalansicht und kippte mit seinen Füßen woraufhin sich Düsen aktivierten. „Oh okay … es gibt also eingebaute Manöverdüsen.“ Er bewegte sich näher zum Laufsteg.

„Siehst du all das?“ Jynx ließ ein leises Pfeiffen ertönen. „Man kann ein Landungsschiff, ein Schuttle oder sogar einen Kampfflieger bekommen! Und schau! Verbesserte Rüstung, Maschinengewehre, Gewehre und Maschinenpistolen. Aber es wird dich einiges an Credits kosten.“

„Bist du dir sicher, dass dein Dad nichts über das hier gesagt hat?“

„Nein, hat er nicht. Er hat davon erzählt, dass er und Onkel Stuart sich auf ihre Rente freuen. Ich weiß, dass sie ein neues Spiel machen wollten. Aber ich glaube nicht, dass sie schon so weit waren.“

Luke versuchte seine Geschwindigkeit zu verringern, seine Hände auf dem Laufsteg wie ein Hund, der über Parkettboden rannte und versuchte um eine Ecke zu biegen.

„Scheiße!“ Luke wich einem entgegenkommenden Bot aus, schaffte es gerade so sich umzudrehen, kollidierte mit dem Geländer und prallte ab.

Der andere Bot stolperte und begann sich zu drehen während er im lokalen Chat brüllte: „Pass auf wo du hinläufst, Arschloch!“

„Sorry!“ Luke zuckte zusammen.

„Was ist passiert?“, fragte Fin.

„Ich poltere die Hallen hinunter!“ Luke korrigierte die Stellung seiner Füße auf dem Geländer und seiner Hände auf dem Laufsteg. Sich neu orientierend, erhöhte er seine Geschwindigkeit, darauf erpicht sich von dem fluchenden und sich drehenden Bot zu entfernen.

Er folgte den Pfeilen auf seinem HUD und tauchte eine Einstiegsluke hinab, um die dortige Leiter zu benutzen.

„Ich denke über die Schrotflinte nach“, sagte Fin.

„Ich habe mich im Forum schlau gemacht. Sieht aus als würden wir auf dem Eisplaneten kämpfen. Ist eine Art Eroberung, bei der man die verschiedenen Knotenpunkte entweder angreift oder verteidigt“, erklärte Jynx.

„Okay dann ein Scharfschützengewehr“, erwiderte Fin mit einer Bestimmtheit, als wäre das von Anfang an seine Wahl gewesen.

„Hörst du mir überhaupt zu?“ fragte Jynx.

„Eroberung. Knotenpunkte einnehmen. Schießende Dinge.“

„Wie kommen wir da runter?“, fragte Luke, während er bei einigen Leitern langsamer wurde. Er nutzte seine Hände, um sich den Leitern entlang in die Richtung zu ziehen, in die er wollte. Runter, links, hoch oder rechts: Das war ein Bezugsrahmen, den Spacer in Niedrig-G versuchten aus ihren Gedanken zu verbannen.

„Erinnert ihr euch an die Docks und die Landungsschiffe?“ Jynx konnte ihre Aufregung nicht verbergen.

„Hammer“, lachte Fin und brachte Luke zum Grinsen.

„Das ist eine Wahnsinnsdemo. Oder ein DLC“, sagte Luke. Er studierte jedes Detail während er die Decks durchstreifte und an Bots, sowie verschiedenen Ebenen von Produktionslinien vorbei zog.

„Das ist ein komplett neues Spiel“, erwiderte Jynx. „Die Grafiken – einige der Besten, die ich je gesehen habe. Wenn du deinen Bot kratzt, bleibt wirklich ein Kratzer zurück.“

Luke umrundete eine weitere Ecke. „Und sie ist weg. Verschwunden im Land der Spieleentwickler-Nerds.“

„Hach, es war schön, solange sie geistig gesund war“, fügte Fin mitleidig hinzu.

„Ihr Penner. Aber ernsthaft, diese Grafiken sind Next-Level. Alle diese Bots und es gibt beim Sprung zwischen den verbundenen Servern keine Lags? Der Netzcode scheint nicht von dieser Welt zu sein.“

„Ja, es scheint ziemlich geschmeidig zu sein.“ Luke nutzte die Leitersprossen, um sich zu drehen und richtete seine Füße auf dem neuen Laufsteg neu aus. Er schlug seine Hacken erneut zusammen und ließ die Leiter los. Seine Magnetstiefel hielten ihn wieder auf dem Laufsteg fest.

„Ich glaube ich bin da.“ Die Menge der Bots war hier größer und sie strömten zu großen Luken, über denen in weißen Buchstaben Waffenkammer, gefolgt von einer Nummer gestempelt war.

Luke grinste, als er hinein ging. Die Wände waren mit Anzeigen von Waffen, Zubehör und Bots übersät.

„Ruf dein Ingame-Terminal auf, wenn du in der Waffenkammer bist und du solltest Optionen zum Waffenkauf bekommen“, erklärte Jynx.

„Verstanden.“ Luke rief ein Terminal auf, das vor ihm in der Luft erschien.

[Bot]

[Primärwaffe:___]

[Sekundärwaffe:___]

[Aufwertungen:___]

[Verschiedenes:___]

[Träger:___]

Ein Klick auf die verschiedenen Slots gab ihm die Optionen Gewehre, Maschinengewehre, Scharfschützengewehre, Pistolen, Anbauteile für seinen Bot, Ausrüstung, die nicht kampfbezogen war, und seine Speicherkapazität zu wählen.

[Gewehr]

[Kosten: 1926 Platinum/1 Credit(s)]

„Was habt ihr als Waffen und Ausrüstung gewählt?“

„Ich habe eine Pistole und ein Maschinengewehr“, antwortete Jynx. „Die Pistole ist kostenlos, aber das Maschinengewehr kostet 33.822 Plat. Das sind ungefähr zwanzig echte Creds.“

„Da hat jemand die Spendierhosen an“, sagte Luke.

„Leck mich, Frachterjunge.“

„Fin?“

„Ich habe ein Anti-Material-Gewehr oder auch großes Scharfschützengewehr für die Uneingeweihten. Ein wenig günstiger. Das Spiel wird höllisch teuer wenn wir nicht ein paar Plats verdienen.

„Wie viele Free-to-Play-Spiele haben wir gespielt? Und wie oft haben wir da mehr ausgegeben als ein normales Spiel kosten würde?“, fragte Luke.

„Habe nicht einen Credit mehr ausgegeben. Aber es wir ein Grindfest werden, wenn wir genug Platinum verdienen wollen, um mit den Pay-to-Play Leuten mitzuhalten“, grummelte Fin.

„Jep. Täglich so viel Geld auszugeben, ist bei mir definitiv nicht drin. Verdammt.“ Luke scrollte durch die Ausrüstung. „Wartet mal ne Sekunde. Da ist ein Verkaufsbutton. Weniger als der Kaufpreis, aber trotzdem recht ordentlich.“

„Ich habe gerade den Marktplatz gefunden. Ziemlich leer, aber man kann darin handeln. Heilige — man kann mit Credits handeln!“ Fin zog scharf die Luft ein.

„Wie meinst du das?“

„Ausrüstung direkt für Credits. Man stellt es in den Marktplatz und kann es dann direkt für Credits kaufen oder verkaufen. Man braucht nicht zwingend Plat dafür.“

„So was gibt‘s?“

„Ein paar Spiele nutzen das. Die meisten wollen so was allerdings nicht, da die Leute so Geld aus ihrer Wirtschaft rausziehen können“, erklärte Jynx. „Es zerstört auch ein wenig das Spiel, da man aus der Ingame-Währung eine echte Währung macht. Die Leute wiegen deren Wert mit Credits auf.“

„Also wollt ihr mir erzählen, dass wir einen Haufen Rüstung farmen können und sie für Credits verkaufen können?“

„Jep! Und das ist noch nicht alles“, bestätigte Fin. „Ich habe mir den Laden angesehen. Es gibt Abbaumaschinen, Produktionsanlagen, einfach alles. Wir können Rohmaterialien, Komponenten und sogar Schiffe verkaufen.“

„Bevor ihr zwei damit beginnt, Pläne für die Herrschaft über Sphere World zu schmieden: Wie wäre es, wenn wir uns in den Kampf stürzen, hm?“, fragte Jynx.

„Ein paar Schädel einschlagen“, antwortete Fin.

„Na gut. Gebt mir nur ein paar Sekunden. Luke versuchte eine Balance zwischen Kosten und Nutzen der Waffen zu finden. Er hatte zwar hier und da Creds verdient, wenn auch nicht viele, aber er versuchte soviel wie möglich davon zu sparen. Er brauchte zweitausend pro Monat um sich seinen Vater vom Hals zu halten und sich weiterhin dem Gaming widmen zu können.

Luke biss sich auf die Lippe. Er hatte ein paar hundert Creds. Das könnte die Gelegenheit sein, die ich gesucht habe. Wenn ich an Ausrüstung kommen kann und sie verkaufe… Er räusperte sich und wurde wieder klar.

„Ich denke, das gibt mir die Möglichkeit etwas angemesseneres zu holen. Ihr habt Feuerkraft und große Reichweite abgedeckt. Ich denke ich nehme das Gewehr und auch eine Pistole“, murmelte er während er auf [KAUFEN] drückte, bevor er seine Auswahl erneut überdenken konnte.

[Gewehr]

[Kosten: 1926 Platinum/1 Credit(s)]

[Pistole]

[Kosten: 0 Platinum/0 Credit(s)]

[Begeben Sie sich zur Waffenkammer 5-Ausgabe 18]

„Alles klar, wir sind auf der anderen Seite der Ausgabe“, sagte Fin.

„Okay“, erwiderte Luke. Eine Linie zu einem neuen Wegpunkt erschien auf in seinem Visier und führte zum entfernten Ende des Raumes.

Ein dutzend nummerierter Türen waren von grünem oder rotem Licht umrahmt.

Bots traten auf verschiedene Förderbänder vor einigen der Türen und rasteten ihre Füße ein. Die Lichter wurden grün und die Bänder zogen die Botschaft durch die entsprechende Tür. Maschinenarme senkten sich ab, befestigten Ausrüstung, entnahmen Komponenten, steckten andere Komponenten an und verriegelten sie am Rahmen des Bots.

Lukes Linie führte ihn zu einer anderen Tür. Sie wurde grün, öffnete sich und gab den Blick auf andere Bots frei, die vor den Ausgabefächern standen, wo sie ihre Ausrüstung abholen konnten.

Er hatte nur wenig gesehen, aber der Raum wirkte wie ein Verkaufsautomat für Waffen. Greifarme nahmen Gewehre, Maschinengewehre, Munition und Granaten von den Wänden, platzierten sie in Kisten und lieferten sie zu den verschiedenen Ausgabefächern.

Luke ging zu dem Fach, dass mit der Nummer 18 gekennzeichnet war.

Eine Kiste schob sich aus dem Fach und Luke öffnete sie. Ein Gewehr und Magazine in einem Munitionsgurt lagen darin.

Er nahm das Gewehr und in seinem Visier leuchteten blaue Areale auf, die [magnetische Klemmflächen] anzeigten: Je zwei auf Brust und Rücken, sowie weiter am unteren Rückenbereich, dem Magenbereich, an den Hüften und Beinen.

„Sehr schön.“ Luke untersuchte das Gewehr. Es funktionierte genau wie ein Schienengewehr: Ladegriff, Magazin, Abzug — einfach und effektiv. Und das Beste war, dass es sich in seinen Händen richtig anfühlte. Er entsicherte die Waffe und betätigte testweise den Abzug. „Fühlt sich verdammt knackig an. Schönes Feedback.“

Luke entnahm dem Gurt ein Magazin und schob es in das Gewehr. Der Kontrollbildschirm blinkte rot und die Waffe wurde automatisch gesichert.

Er befestigte das Gewehr an seinem Rücken und legte den Gurt um seine Hüften. Der Gurt schlüpfte in Befestigunsklemmen, die in den Bot eingebaut waren.

„Ja es ist einfach nur genial… Das Waffenspiel ist super“, sagte Fin.

Die Kiste schloss sich, fiel nach unten und verschwand. Ein rotes Licht erschien über dem Ausgabefach.

Luke ging zur Tür auf der anderen Seite der Waffenkammer. Er kam in einen weiten Flurbereich. Korridore und Waffenkammern führten zu Schleusen, deren Äußeres mit roten Winkeln verziert waren und die zu den Docks führten. „Sieht so aus, als müssen wir keinen vollständigen Luftschleusenvorgang durchlaufen. Ich denke mal die reizen diese Robotersache voll aus.“

„Bruder, wir könnten ohne Anzug über die Oberfläche von Sphere World laufen. Doppelter Bonus!“, jubelte Fin.

Fin und Jynx warteten auf ihn. Fin hatte sein Scharfschützengewehr auf dem Rücken. Jynx hielt ihr Maschinengewehr in den Händen.

„Rüstung und Waffen sind auch ziemlich cool. Die sind bis ins letzte Detail gegangen.“ Jynx gab ein anerkennendes Geräusch von sich.

„Also, wie kommen wir auf den Planeten?“, fragte Fin.

„Den Leuten folgen?“ Luke zeigte auf Bots, die durch die Schleusen gingen.

„Sicher.“

Der Strom der Leute führte sie durch die Türen zu den Docks. Dutzende von Mannschafts-Landungsschiffen ließen aufgrund ihrer lauten Maschinen – die für Raum- und Atmosphärenflug ausgelegt waren – die Bodenplatten des Decks summen, während sie starteten oder landeten. Zwillingsgeschütztürme, die am Rumpf, den Seiten und der Oberseite angebrachten waren, rotierten. Manche federten in einem wahllosen Takt auf und ab.

[Turtle Landungsschiff]

[Werden genutzt um Truppen zum Kampf im Weltraum oder auf Planeten zu transportieren]

Die geräuschlose Kommunikation innerhalb des Spiel funktionierte wunderbar, als einige der Bots die Gestik der Geschütztürme beantworteten, indem sie mehrmals kurz in die Hocke gingen.

Luke schnaubte, als die Landungsschiffe ihre Rampen schlossen, nachdem ihre Kabinen mit Bots angefüllt waren. Lichter spiegelten sich in den Schiffen und auf dem Deck, während ihre Triebwerke sie leise aufsteigen ließen. Sie bewegten sich vorwärts und flogen durch die Hangartore, die einen Blick auf den darunter liegenden Planeten frei gaben.

Valhalla war ein Wirbel aus Grau-, Weiß- und Blautönen. Eisige Gipfel lugten aus der Wolkenschicht hervor während Stürme über die Landschaften rollten. So rau es auch wirkte, es war wunderschön. So schön wie es nur ein Raumschiff der Natur sein konnte.

Gelbe Warnlichter rotierten, als eine Barrikade um eine Landeplattform hochfuhr. Bots bewegten sich zurück während ein Landungsschiff aus den Tiefen von Sphere World auftauchte. Das Landungsschiff sank auf die Plattform herab. Einzelne Sektionen der Plattform öffneten sich und mechanische Arme fuhren heraus, um neue Waffensysteme anzubringen. Munitions- und Raketengürtel wurden hochgefahren und in Gestellen unter den Flügeln befestigt.

Drucker-Arme bewegten sich über das Schiff und änderten das matte grau/schwarz der Außenhülle in ein Wintertarnfleckmuster und fügte ein Bild eines Polarbären, der in die Schlacht stürmte, unter dem umschlossenen Cockpit hinzu.

Ein Bot ging auf das Schiff zu und sprang mithilfe seiner eingebauten Düsen auf die herunterfahrende Laderampe. „Alle Mann an Bord des Polar Express! Ich brauche vier Gunner!“

Weitere Bots schwärmten auf das Schiff zu, als Jynx Luke anstupste, „Schau mal!“

Eine weitere Landeplattform, eine von vermutlich hundert weiteren Landeplattformen in alleine dieser Sektion, wurde verbarrikadiert.

Dieses Mal landete aber kein Landungsschiff, sondern ein Raumjäger mit schnittigen Formen und einem schmalen Profil. Es setzte auf der Plattform auf und Gürtel sowie Greifarme wuchsen aus dem Boden, um wie schon vorher bei dem Landungsschiff, den Flieger zu bewaffnen.

[Hellcat Jäger]

[Atmosphären- und raumflugtauglicher Jäger]

Ein Bot joggte zu dem Schiff und kletterte die kurze Leiter hinauf. Das Vordach öffnete sich, damit er ins Cockpit hüpfen konnte. Ohne Zeit zu verschwenden, brachte er die Systeme online und verließ, eine Triebwerksfahne hinter sich lassend, den Hangar.

„Komm schon. Wir müssen eine Mitfahrgelegenheit finden… Das da sieht gut aus.“ Luke zeigte auf ein Landungsschiff, dass gerade hereinkam.

Das Landungsschiff drehte sich und setzte auf seiner Plattform auf. Sektionen der Plattform öffneten sich und Munitionslader verbanden sich mit dem Schiff, fütterten es mit Projektilen und Arme wechselten verbrauchte Raketen aus.

Luke und seine Gruppe rannten zu dem Schiff.

„Wilkommen auf der Comet! Nehmt eure Sitze ein! Sobald wir voll sind, geht es los!“, sagte der Pilot über den lokalen Chat, damit jeder in Reichweite ihn hören konnte.

Das Schiff füllte sich schnell. Luke nahm den hintersten Sitz und setzte sich. Verriegelungen in der Lehne des Sitzes – ähnlich denen in Spinden und Gestellen – hakten sich in seinen Bot und sicherten ihn.

Ein paar Gunner saßen in Stühlen vor dem Frachtraum. Jeweils zwei auf jeder Seite eines Laufstegs, der bei dem Pilotensitz in der Nase des Schiffes endete. Die Gunner sahen auf Projektionen, die anzeigten was ihre Geschütztürme sehen konnten.

Fin stieß Luke an. „Jemand hat die Kosmetikoptionen gefunden.“ Er zeigte auf jemanden, dessen Bot mit mehreren aufgestempelten Warnhinweisen übersät war.

„Keine Ahnung, ob das eine Lackierung oder eine Gefahrenquelle ist.“

Die Lichter innerhalb des Landungsschiffs flackerten rot auf während die Rampe hochgefahren wurde.

„Hey, man hat Zugriff auf die Kameras des Landungsschiffs“, sagte Jynx.

„Wie?“

„Nutze das Interface des Schiffs.“

Luke fand es und wechselte durch die Kameras. Seine Sicht wechselte von dem mit - in rotem Blinklicht gebadeten - Bots gefüllten Frachtraum zu den Kameras der ferngesteuerten Geschütztürme. „Wir sehen ganz schön knallhart aus.“

Der Pilot  betätigte Schalter und arbeitete auf seiner Konsole. Die roten Lichter erloschen, was bedeutete, dass die Ladeluke versiegelt war. Er erhöhte die Leistung der Maschinen und stellte die Kontrollhebel für die Drosselklappen neben seinen Beinen ein.

„Überprüft die Landeklappen“, rief er seinen Gunnern zu.

Luke wechselte die Kameras und sah wie sie die Flügel anschauten.

„Rechte Klappen gut!“

„Linke Klappen gut!“

„Heckklappen gut!“

„Bodenbelag gut“, berichtete der Rumpfgunner.

„Klugscheißer.“

Die Crew lachte.

Der Pilot ging die Kontrollen durch und widmete sich danach dem Interface. „Fuck, das läuft höllisch gut. Drei weitere Transporte und wir haben unsere Ausgaben wieder rein geholt.“

„Wenn du nicht vorher abstürzt.“

Der Pilot zeigte den lachenden Gunnern hinter ihm den Mittelfinger.

Mit einem Schub der Haupttriebwerke hoben sie langsam vom Deck ab. Der Pilot nutzte seinen Daumen auf dem linken Drosselklappenhebel – auch TCL genannt – um die Haupttriebwerke an dem Landungsschiff auszurichten und schob dann den TCL nach vorne. Die Haupttriebwerke flammten auf. Lukes Bot bewegte sich in seinem Harnisch etwas seitwärts, als sie den Hangar verließen. Ein paar Stöße mit den Schubdüsen und der korrekten zyklischen Kontrolle ließen sie die Docks hinter sich. Sie bewegten sich in Richtung Valhalla, während andere Schiffe ankamen oder abflogen.

„Bestätige Sphere World. Wir folgen der Route.“ Der Pilot sah seine Gunner über die Schulter hinweg an. „Winkt jetzt den Kanonen.“

Die Gunner lachten.

Luke wechselte zur Ansicht eines Gunners. Dieser wippte mit den Zwillingsmaschinenkanonen zum Salut.

Schienenkanonen, Raketenrohre und Nahbereichskampfsysteme, die über die ganze Sphere World Station verteilt waren, warteten schlafend und geduldig.

Das ist eine ganze Menge Feuerkraft. Luke stieß ein leises Pfeifen aus und studierte die Außenseite von Sphere World durch die Kameras.

„Scheiße, dass Ding ist riesig“ sagte Jynx in ihrem Gruppenchat.

„Es gibt im ganzen System Schürfer und Shuttles, die die Station versorgen“, erklärte Fin. „Größer als alles was die Menschheit jemals gebaut hat.“

„In einem Computerspiel kann man tun was auch immer man möchte“, fügte Luke hinzu, während er auf die Sicht des Piloten wechselte. Er stellte den Piloten stumm, da dieser gerade mit anderen Piloten besprach wo sie runtergehen und sich zusammenziehen sollten.

„Wie groß ist dieser Ort?“, fragte Jynx.

„Elf Planeten. Der vierte ist ein Marsplanet. Es gibt einen großen Asteroidengürtel zwischen uns und den Planeten. Valhalla ist der vierte Planet, ein Eisplanet. Dann gib es zwei sub-joviale Planeten. Der erste hat Ringe. Dann ein jovialer Gaszwerg, ein dünner Asteroidengürtel, ein Gaszwerg und dann der Kuiper. Ziemlich aufregendes System“, gab Fin seine professionelle Meinung zum Besten.

„Bist du dir sicher, dass das eine Demo ist?“, fragte Luke

„Muss eine sein, oder?“, schob Fin die Frage an Jynx weiter.

Jynx machte ein kehliges Geräusch.

„Wir treten in die Atmosphäre ein. Seht euch nur die Details im Cockpit an. Das ist verrückt“, rettete Luke sie.

Das Cockpit wurde von Licht durchflutet, woraufhin der Pilot den Sichtschirm abblendete und die Triebwerke abschaltete. Die Landeklappen nutzend gingen sie in einen Gleitflug über.

„Dieser Input ist verrückt. Dürfte die Leute ausmerzen, die eigentlich nicht wirklich fliegen können“, sagte Jynx.

„Gut dass wenigstens zwei von uns offizielle Lizenzen haben“, erwiderte Luke.

„Die Schule hat zu viel Angst mir die Qualifikationen zukommen zu lassen“, entgegnete Jynx.

„Ja, weil du denkst, dass kopfüber in die Atmosphäre einzudringen ein netter Weg ist, den Boden zu betrachten“, sinnierte Luke.

Der Pilot unterbrach sie über den lokalen Chat. „Willkommen auf Valhalla, fünfter Planet des Systems. Es herrschen heute lauwarme -143 Grad Celsius mit einer Chance auf Explosionen, Schießereien und toten Bots. Wir nähern uns dem Knotenpunkt „Monkey Balls“ – und nein: Ich erfinde diese Namen nicht. Und ja: Sie sind verfickt willkürlich. Wer auch immer einen Knotenpunkt einnimmt, darf ihn benennen. Bitte benutzt verdammt nochmal einen richtigen Namen, wenn ihr ihn  einnehmt und kopiert keinen anderen Namen! Es ist eine Qual herauszufinden, welchen der vielen Asgard-Knotenpunkte wir anfliegen sollen. Seid keine Idioten. Vergebt einen neuen Namen für den Knotenpunkt, Kinder!“

Luke rief die Karte von Valhalla auf, als sie in die Atmosphäre eintauchten. Er nutzte die Suchfunktion, um den Knotenpunkt „Monkey Balls“ zu finden.

Die Karte umriss den Knotenpunkt. Er war in die Seite einer Bergkette gebaut, die von Südwesten nach Nordosten verlief.

„An die Neuen: Wenn ihr auf die Karte schaut, könnte es sein, dass ihr euch fragt was zur Hölle da los ist. Nutzt die Suchfunktion, um den Knotenpunkt zu finden und den Ort zu erkunden. Ihr könnt zwischen verschiedenen Kartenansichten wechseln. Wir kommen mit drei weiteren Turtles rein – ja, ich habe auch keine Ahnung wer die Landungsschiffe benannt hat.  Egal. Ihr könnt die orangenen Markierungen auf dem Boden sehen. Das ist unser Eintrittspunkt. Wir versuchen da runter zu kommen. Wir werden uns anpassen während wir reinkommen. Keine Ahnung was für ein Terrain uns erwartet. Kuzinski, gehst du die Karte durch? Ich muss mich um den Pilotenkram kümmern.“

„Dah, ich mache das“, antwortete ein schwerer, aus den Systemen Korzh oder Chebovsky stammender Akzent über den lokalen Chat.

Luke tippte auf Chebovsky.

„Was wir sehen rechts, Landeplattform. Dann Straße zu Knotenpunkt in Berg. Wände schützen meiste Geschütztürme über der Mauer. Er geht rein, findet Kommandoposten, nehmt ihn ein und kontrolliert Knotenpunkt, gebt besseren Namen. Ihr habt vier Stunden um Verteidigungen zu bauen. Dann kann Knotenpunkt wieder angegriffen werden. Nicht auf Shuttles schießen, sonst ihr werdet aus Spiel gekickt. Verstößt nicht gegen Regeln von Sphere World, sonst ihr werdet gekickt.“, beendete Kuzinski sein Briefing.

„Fünf Minuten!“, rief der Pilot. Die Maschinen gingen wieder online. Dieses Mal mit dem Knurren eines nach Atmosphäre gierenden Nachbrenners.

Luke schaute durch die Kameras. Das Schiff durchflog die schlimmste Turbulenz und seine Verkleidung wurde von neuen schwarzen Striemen verziert. Andere Turtles schnitten durch den Himmel. Einige kamen näher, andere entfernten sich.

Er schaute wieder auf die Karte, um nach Anhöhen zu suchen.

„Ich denke, dass wir einen Kreis um die östliche Seite machen, um irgendwo entlang dieser Linie auf dem Pfad in den Knotenpunkt und zu den Geschütztürmen Stellung zu beziehen.“ Luke setzte Pings entlang einer Route zu etwas, das ein Hügel sein könnte. Da sie im selben Squad waren, konnten Fin und Jynx seine Pings sehen.

„Klingt gut. Ich kann dort in Stellung gehen und jeden decken, der reingeht“, sagte Fin.

„Ich will nicht zu schnell draufgehen.“ Jnyx tätschelte ihr Maschinengewehr. „Meine 20 Creds sollen sich schließlich bezahlt machen!“

Luke wischte die Markierungen von der Karte und beobachtete wieder das Cockpit.

„Wir errichten eine kleine Basis zur Feuerunterstützung auf dem Hügel und beschießen sie aus der Ferne. Das sollte es ihnen schwerer machen uns zu töten und wir können das Spiel austesten. Wenn wir öfter spielen wollen, müssen wir herausfinden, wie wir ein paar Plats grinden können, um auf längere Sicht neue Ausrüstung zu haben.“ Luke räusperte sich. „Wenn wir sterben, müssen wir dann den nächsten Bot kaufen?“

„Ich habe es nachgelesen. Wir bekommen pro Tag einen kostenlosen Bot, wenn wir einloggen. Aber das hängt von der Anzahl der Leute im Spiel ab – zu viele und wir stecken in einer Warteschlange. Wir dürfen die bereitgestellten Bots auch nicht verkaufen. Man kann allerdings selbst welche bauen, wie es scheint“, antwortete Fin.

Wenn ich sterbe, kostet es mindestens fünfunddreißig Credits, um wieder rein zu kommen. Zu diesem Preis konnte er nicht viele Runden spielen. Das würde sonst sein Konto leeren.

„Eine Minute! Sterbt nicht zu schnell und nehmt den Knotenpunkt ein – Ich brauche die Plats!“, lachte der Pilot.

„Verfluchter Geschützturm!“, rief ein Gunner während das Schiff seinen Anflug korrigierte.

Luke wechselt auf die Sicht eines Geschützturmes, als dieser auf den Knotenpunkt in der Ferne feuerte.

Geschütztürme entlang der Mauer feuerten Salven von Leuchtspurgeschossen in den Himmel. Keine kam nahe genug an die Turtles ran.

„Die Gunner des Landungsschiffs erwiderten die Geste. Ihre Leuchtspurgeschosse rissen das Eis um die Basis auf. Der Berg in den der Kontrollpunkt gebaut war, stellte sich tatsächlich als massiver, fast zwei Kilometer hoher Gletscher heraus.

„Zur Hölle, ja – deckt sie ein!“, rief der Pilot. „Weiche nach links aus!“

Der Turtle bewies sein Können während die Gunner ihr Feuer gegen die Bewegung des Schiffes ausrichteten.

Die Landungsschiffe, die neben ihnen waren, warfen jeweils ein halbes Dutzend Raketen ab. Kondensstreifen schossen in Richtung Boden.

Die Gestelle unter den Flügeln öffneten sich klirrend, als ihre eigenen Raketen dem Kampf beitraten.

Einige trafen den Gletscher, was dazu führte, dass Teile der sichtbaren Seite kollabierten, wie bei einem Eisberg, der ins Meer fiel. Andere trafen den Boden und sprengten Eisbrocken in die Luft. Eine traf die Landeplattform und verwandelte sie in verformtes Metall. Eine andere wiederum traf die linke Seite der Basis, wo sie einen Teil der Mauer und einen Geschützturm zerstörte.

„Woo-hoo! Das ist es, was ich sehen will, Raptor!“, feuerte der Pilot seine Kollegen an, als sie nach unten weg tauchten, um aus dem Sichtfeld der Basis zu verschwinden.

Die Maschinen heulten auf, als der Pilot die Nase des Turtle hochzog und die Maschinen zündete, um das Schiff nach unten zu katapultieren. Die extrem erhitzten Nachbrenner verwandelten das steinharte Eis in Dampf, als der Turtle seinen Abstieg verlangsamte und vorwärts kroch. Je tiefer sie kamen, desto mehr Dampf entstand.

„Ich kann hier nicht landen – sonst bleiben wir im Wasser stecken“, rief der Pilot, als die Stühle die Bots freigaben. Die Lichter wurden gelb während die Rampe sich senkte. Wind stürmte in das Schiff während es den Druck ausglich.

„Entfernt euch so schnell wie möglich von dem Wasser. Es wird sehr schnell zu Eis – die Bots sollten es knacken können!“

Ein paar versuchten aufzustehen, bevor der Wind abflaute. Luke wartete ein paar Sekunden länger, bevor er die Handgriffe zum Aufstehen nutzte.

Der Wind ebbte ab und diejenigen am Ende des Landungsschiffes rannten raus und sprangen.

„Viel Spaß beim Töten dieser Bastarde! Ich komme so schnell wie Möglich mit Verstärkung zurück!“, rief der Pilot.

Luke bewegte sich mit den Reihen, rannte und sprang vom Landungsschiff. Fünfzehn Meter tiefer kam er auf dem geschmolzenen Eis auf. „Kein Fallschaden?“ Er rannte aus dem Wasser raus und auf seine erste Markierung zu.

„Vielleicht sind wir einfach nicht tief genug gefallen?“, erwiderte Jynx. Das Landungsschiff bewegte sich vorwärts, um seine Abgase über einen größeren Bereich des Eises zu verteilen und die Bots auseinander zu ziehen.

„Vielleicht etwas das wir austesten können, wenn wir Bots zum verschrotten haben?“, fragte Luke während sie von der Landezone weg und in einen kleinen Eisgraben rannten. Das Terrain war rau und ungezähmt. Überall waren Eiskappen, die wie graue, schwarze, weiße und kristalline, gezackte Zähne aussahen. Sie formten sich zu scharfkantigen Hügeln und Bergen.

„Fuck, sind diese Grafiken gut“, sagte Jynx.

„Hoffen wir mal, dass die das Spiel wirklich rausbringen. Selbst für eine Alpha ist das hier nicht schlecht“, stimmte Fin zu während sie den Graben entlang gingen.

Der Wind heulte durch die Spalten im Eis und verteilte auf seinem wütenden Weg glitzernde Eisscherben.

„Lasst uns nach links vorrücken und durch die gebrochenen Eisfelder bewegen. Dann schauen wir, ob wir nicht vielleicht auf einige dieser Eishügel klettern können, um eine Feuerposition zu finden.“ Luke führte sie in die Landschaft gebrochenen Eises.

„Besser als ein überstürzter Lauf direkt in ihre Verteidigung.“ Jynx und Fin folgten ihm.

Ihr Turtle hob mit heulenden Maschinen ab. Die Geschütztürme feuerten ein paar Abschiedssalven auf den Knotenpunkt. Seine Nachbrenner flammten auf und der Turtle schoss über die Oberfläche von Valhalla. Er hinterließ Eiskristalle in seinem Gefolge und bog dann in Richtung Himmel.

Ein weiteres Landungsschiff erschien in einiger Entfernung vor Luke. Seine Maschinen brannten durch das Eis und erzeugten eine Dampfwolke um den Turtle. Das Landungsschiff balancierte unbeständig als Bots von der Rampe sprangen und auf den Knotenpunkt zustürmten.

Je länger das Schiff in Position blieb, desto tiefer wurde das Wasser darunter. Mehrere Bots standen bis zur Brust darin, bevor sich das Schiff ruckartig nach vorne bewegte.

„Verdammt. Unser Pilot war um einiges besser“, sagte Luke, erhöhte die Geschwindigkeit zu einem Joggen und umrundete einen Eisbrocken, der von einer der umliegenden Eiswände abgebrochen war.

Die Karte überprüfend, nutzte er die Eiswände, um die rechte Flanke des Höhleneingangs zu umgehen.

„Oh scheiße!“, Luke erschrak, als er nach dem Ausblenden der Karte eine Spalte vor sich entdeckte. Er verfiel in einen Sprint, setzte zum Sprung an, überquerte sie und rollte auf der anderen Seite aus. „Springt!“

„Wichser!“, brüllte Jynx, als sie auf der anderen Seite landete.

„Heiliger Babyzeus!“, grunzte Fin, als er ebenfalls landete.

„Nun, das Feedback ist großartig.“ Luke lachte auf eine Art, die aussagte ‚Oh Fuck, wir sind beinahe gestorben‘, als er sich wieder aufrappelte.

„Fuck, wie tief ist das?“ Jynx überprüfte ihren Stand und schaute in den Abgrund.

„Wer weiß? Könnten ein paar hundert Meter oder mehrere Kilometer sein. Ich würde nicht so nahe am Rand stehen“, sagte Fin.

„Hier ist der Anführer der Alpha Squad“, sagte jemand über den lokalen Chat. „Wir bewegen uns von Südwesten her rein. Haben gute Deckung hier, aber die Geschütztürme wissen, dass wir da sind. Könnten ein wenig Deckungsfeuer gebrauchen um vorzurücken.“

„Kommt schon. Die Squadanführer werden kribbelig.“ Luke joggte weiter, wurde aber langsamer während er Ecken umrundete, damit er genug Platz hatte, um weitere Spalten zu erkennen.

„Na und? Ein Gebietskommandeur und darunter Squadanführer wie bei Orion’s Belt?“, fragte Jynx.

„Jep. Und es sieht nach einer offenen Kommandostruktur für die Unterstützung aus – wie zum Beispiel die Piloten – aus.“ Luke fummelte in den Menüs herum. Sie waren das Charlie Squad und er war als der Squadanführer gelistet.

„Nun, besser du als ich. Ich hasse es, mich mit den Kommandochats und dem ganzen Scheiß rumzuschlagen“, sagte Fin.

Luke seufzte. Er wurde schon immer mit der Rolle des Squad-Anführers betraut. Es machte ihm nichts aus, aber es wäre auch mal nett, sich einfach nur um das Schießen, anstelle eines ganzen Teams, Sorgen machen zu müssen.

“Hoffentlich fangen die nicht an, über das Wetter zu reden.”

“Kälte, die einem die Titten abfrieren lässt, begleitet von blendendem Schnee und Winden, die nach einer Banshee, die an ein Mikrofon gebunden wurde, klingen? Glücklicherweise hatten sie nicht das Bedürfnis, uns spüren zu lassen, wie verdammt kalt es ist.”

Sie traten zwischen zwei Eissäulen hervor und betrachteten den Hügel, den sie nutzen wollten. Er war mindestens 30 Meter breit und die Seiten waren, außer jener, die der Basis zugewandt lag, glatt.

Eher eine breitere Säule als ein Hügel.

“Nun, habt ihr eure Eispickel und Kletterausrüstung mitgebracht?”, fragte Fin, als er sich die Säule ansah.

Das dröhnende Feuern von Maschinengewehren und schweren Waffen wechselte sich in der Ferne ab und hallte durch die Eissäulen.

“Wir könnten versuchen hinaufzuklettern", sagte Luke.

“Denkst du, wir schaffen das?”, erwiderte Fin.

“Keine Chance das die das programmiert haben”, meinte Jynx.

Luke bewegte sich zu der Säule, sicherte sein Gewehr, sprang hoch und stieß seine Hände ins Eis. Er verkrampfte sich, da er fast erwartete, dass es sich um eine solide, gnadenlose Wand handelte. Wie die meisten Assets in einem Spiel.

“Nun, es sieht so aus, als würde das funktionieren.” Er trat seine Füße in das Eis, was ihm einen stabilen Halt bot. “Wie weit oben bin ich?”

“Ungefähr ein Drittel des Weges. Versuch es nochmal”, antwortete Fin.

Luke sprang nochmals, schaffte es dieses Mal aber nicht richtig die Hände ins Eis zu treiben. Er fiel rückwärts und krachte auf den Boden - ohne dass der Bot Schaden nahm.

“Lass es mich mal versuchen.” Jynx befestigte ihr Maschinengewehr auf dem Rücken und stieß ihre Hände und Füße in das Eis. Sie fing an, wie an einer Leiter zu Klettern: eine Hand hoch, dann die Andere, dann die Beine und wiederholen.

“Ich bin gleich hinter dir!” Fin nutzte ihre hinterlassenen Einbuchtungen, um ihr zu folgen. Luke war direkt hinter ihm.

“Ich habe die Spitze erreicht.”, sagte sie mit leiser Stimme.

“Du weißt, dass sie uns nicht hören können”, flüsterte Luke zurück.

“Halt die Klappe”, erwiderte sie überkompensierend. “Ich sehe die Basis. Da drüben ist die Kacke ordentlich am Dampfen.”

Fin kletterte über die Kante und gesellte sich zu Jynx auf der Spitze der Säule.

“Komm hoch und halte dich links”, sagte Jynx.

Luke erreichte die Spitze und schaute zur ein paar hundert Metern entfernten Basis. Sie befanden sich parallel zum Gletscherbruch und schauten von der rechten Seite in die Basis. Der ihnen am nächsten gelegene Punkt war die zerstörte Landeplattform.

Die linke Seite hatte eine leichte Neigung, die zum Knotenpunkt hinauf führte. Die von den Raketen hinterlassenen Krater wurden von ihren Bot-Kollegen als Deckung genutzt. Diese feuerten auf die Geschütztürme, während sie weiter vordrangen.

Eine Rakete wurde vom Knotenpunkt abgefeuert, traf ein paar Bots und erschuf einen neuen Krater.

Die Spitze der Säule hatte kleinere Erhebungen, hinter denen man liegend in Deckung gehen konnte. Luke kroch bäuchlings über den Boden. Jynx kroch zu seiner Rechten und Fin zu seiner Linken. Er schlug gegen einen Hebel, woraufhin der Lauf nach vorne schoss und seine Länge fast verdoppelte. “Die verdammten Kugeln sind so groß wie mein Daumen”, murmelte er und robbte vorwärts durch den Schnee, um eine gute Position einzunehmen. Sich von Lukes Position entfernend, verschwand er hinter einem Eishaufen.

“Ich habe bei diesem Baby ungefähr tausend Schuss pro Kastenmagazin.” Jynx grinste. Sie schob ihr Maschinengewehr auf seinem Zweibein nach vorne und kroch hinterher, bis sie eine gute Position gefunden hatte. Sie grub das Zweibein in den Boden, umgriff den hinteren Schaft und legte den Finger auf den Abzug.

Der Wind nahm Fahrt auf, bedeckte sie mit Eiskristallen und erschuf kleinere Wirbel zwischen den Eissäulen.

Das Maschinengewehr war recht normal, abgesehen davon, dass es wie ein Hinterlader funktionierte und der Bereich, zwischen der Abdeckung und der Rückseite, zu drei Vierteln aus dem Magazin bestand und zu einem Viertel aus mechanischen Innereien und dem Lauf.

“Wie zur Hölle lädt man das Ding?”, fragte Luke.

“Wie bei einer MG42. Du greifst einen Metallhebel und ziehst ihn zur Seite. Dadurch kommt das ganze Ding raus. Danach richtest du ein neues Kastenmagazin aus und rammst es durch die Rille nach vorne an seinen Platz.”

“Das ist ziemlich cool.”

“Charlie Squad, was zur Hölle macht ihr? Wir brauchen hier Hilfe!”

Luke hatte den Großteil des Geschnatters im Chat ausgeblendet, aber mit Charlie Squad waren sie gemeint.

“Haben gerade Position bezogen. Wir werden euch Deckungsfeuer geben.” Luke erhöhte die Vergrößerung in seinem Visier und überprüfte die Basis. Die Gegner waren durch rote Umrandungen hervorgehoben, sobald er sie entdeckte. “Wir mussten uns nur noch orientieren.”

“Beeilt euch gefälligst! Wir sterben hier draußen."

“Scheinbar hat Echo Squad einen schweren Tag”, murmelte Luke als die Maschinen eines Turtle aufheulten. Ein weiterer Anflug in die heiße Zone, um Truppen hinter den vorrückenden Einheiten abzusetzen.

“Alles klar. Wir sollten loslegen, solange es noch so gut läuft. Fin, schalte die Geschütztürme aus, wenn du kannst.”

“Worauf soll ich schießen?”

Luke wandte sich an den Kommando-Chat. “Team-Leader: Wie schaltet man die Geschütztürme am besten aus?”

“Raketen?”, sagte ein Team-Leader.

“Schießt auf ihre Sensoreinheiten. Das macht sie blind.”

“Sie können trotzdem noch einen Spotter nutzen”, sagte ein anderer.

“Danke.” Luke wechselte die Chats. “Schieß auf die Kameras".

“Alles klar.”

“Und was soll ich tun? Meine Haare anders färben?”

“Du hattest diese Woche ja bisher nur zwei Farbwechsel”, grinste Luke. “Ich möchte dass du bereit bist, unsere Jungs auf ihrem Vormarsch zu decken. Ich werde die Gegner anpingen, wenn sie auftauchen. Du sorgst dafür, dass sie ihre Köpfe unten halten.”

Fin feuerte. “Pisser. Hat sich in der letzten Sekunde bewegt.” Er feuerte erneut. “Hab’ dich”

Luke erspähte die Kameras der Geschütztürme. Sie waren ein funkensprühendes Chaos, während die Feuerrate der Geschütztürme abriss.

Fin wechselte die Ziele und feuerte, während Verbündete sich die sanfte Steigung entlang bewegten. Hinter ihnen schwärmten Verbündete herbei, um sich am Kampf zu beteiligen.

“Jynx, dort.” Luke pingte eine feindliche Gruppe an, die sich an der Mauer versammelte.

Jynx nahm sie unter Dauerfeuer und ihre Schüsse pflügten durch den angepingten Bereich.

“Habe jemanden erwischt!”, grinste sie.

Luke überprüfte die Geschütztürme. “Ein wenig höher und nach rechts.”

Fin schaltete einen weiteren aus, der von einer Seite zur Anderen zuckte, unfähig sich zu bewegen. “Mist. Ich glaube, ich habe die Laufschiene oder so was getroffen.” Er feuerte erneut und die Kamera zersplitterte.

“Zwei Geschütztürme ausgeschaltet. Drei sind noch aktiv. Wir decken euch. Bewegt euch.” sagte Luke im Kommando-Chat.

Gruppen von Bots bewegten sich vorwärts. Zunächst tasteten sie sich vorsichtig um die Eisbarrikaden vor. Wie eine hereinkommende Flut, stießen sie vorwärts und walzten durch das Gelände.

Ein Squad rannte nach oben und wurde von einer feindlichen Gruppe nieder gemäht. Diese befand sich in einem Bereich der Mauer, der von den Raketen eines Landungsschiffes zerstört worden war.

“Dort. Dort, Jynx!” Luke pingte die Öffnung an.

Sie wechselte ihr Ziel und feuerte. Salven ihres Dauerfeuers, unterbrochen von längeren Pausen, füllten die Luft. Genug, um ihre Köpfe unten zu halten und nicht zu viel, um einen zu hohen Verbrauch der Munition zu verhindern.

“Foxtrot, wir bewegen uns zur Ostmauer. Nicht auf uns schießen!”

“Verstanden. Hey Jynx, nicht auf die Verbündeten auf unserer Seite der Mauer schießen.”

“Und auf der anderen Seite?”

“Schieß einfach nicht auf die Blaubeeren.” Luke beobachtete den Vorstoß; blaue Namensplaketten für Verbündete, lilafarbene für Squad-Anführer und die Kommandeure.

Ein Bereich der östlichen Mauer explodierte.

“Was zur Hölle war das?”, fragte Jynx.

“Lade nach”, sagte Fin.

“Wir sind durchgebrochen!”, kam es über den Kommando-Chat.

“Ich glaube, das waren wir? Achtet auf Verbündete. Man wird sie bedrängen.” Ihre Verbündeten nutzten die Trümmer, die durch den Beschuss der Turtles und Geschütztürme von dem Gletscher heruntergefallen waren, als Deckung für ihren Vorstoß auf den Knotenpunkt.

“Sollen wir den Standort wechseln?”, fragte Fin.

Geschosse schlugen in den Turm, auf dem sie waren, ein.

“Jep!”, sagte Luke, während er sich zurückzog.

Alle drei bewegten sich zur Rückseite der Säule. Jynx ließ sich die fünfzehn Meter bis auf den Boden fallen. Luke und Fin folgten ihr.

“Neue Schussposition oder reingehen?”, fragte Luke

"Reingehen. Es wird immer schwerer von hier aus unsere Jungs nicht zu treffen”, antwortete Jynx.

“Yeah.”

“Okay.” Luke zeichnete in seinen Gedanken eine Route; er erstellte eine Markierung und joggte los.

“Bravo hier. Wir rücken weiter vor. Brauchen eure Hilfe!”

“Scheiße, wir brauche Munition. Hat jemand eine Munitionskiste?”

“Nimm es den Toten ab. Du musst es physisch machen. Einfach drüberlaufen reicht nicht.”

“Scheiß Realismus.”

Luke hörte auf, den Kommando-Chat zu beachten, während sie sich durch das gebrochene Eis entlang der Landeplattform bewegten.

Andere Verbündete rannten durch die Bresche in der Mauer.

Luke ging zuerst rein und überprüfte die Umgebung. Sein Bot passte sich der Dunkelheit in der Höhle an.

Gebäude und Container waren im Knotenpunkt verstreut. Maschinen arbeiteten weiter vor sich hin, während Feuergefechte sich von der Mauer in die Basis bewegten.

[Monkey Balls Knotenpunkt]

[Eroberung]

[1%]

“Rückt vor! Kommt schon! Wir zählen als ein Körper. Im Kommandoposten zählt man als drei!”

Luke entdeckte eine Treppe und rannte die Mauer hoch. “Sie wollen, dass wir in den Kommandoposten vordringen, aber wir halten hier die Stellung und sorgen dafür, dass uns kein Gegenangriff überrascht und wir unsere Stellung verlieren. Wir stellen uns hier auf. Das ist ein einziges Chaos zwischen den Gebäuden auf dem Weg zum Kommandoposten.”

“Funktionieren diese Geschütztürme noch?”, fragte Jynx, als sie diese entlang der Mauer anpingte.

“Ich glaube, der da funktioniert noch.” Fin pingte ihn an.

“Bezieh’ dort Stellung. Luke, nutze den Geschützturm.”

“Alles klar, klingt gut.” Er war heiß drauf, in den Kampf einzusteigen.

Sie rannten den Laufsteg entlang. Die Mauer reichte ihnen bis zur Brust. Luke hechtete über das Geländer und landete neben dem Turm, auf dem das Geschütz montiert war. Am Boden lag ein einfacher Joystick mit einem Monitor für die Kamera. Er nahm ihn und wählte “Verbinden” aus. Seine Sicht änderte sich, so als würde er durch den Geschützturm schauen, und drehte ihn in Richtung Basis.

“Dort sind Gegner.” Fin pingte einen Bereich an.

Luke wandte sich dem blinkenden Ping zu und feuerte. Seine Beschuss riss Löcher durch ein Gebäude. Bots fielen heraus und einer versuchte übers offene Gelände zu fliehen. Jynx schaltete ihn aus, als weitere heraus rannten.

“Nimm die linke Seite! Ich kümmere mich um die Rechte!” Luke wechselte von Stoßfeuer zu Dauerfeuer. Er zerfetzte Wände und mähte Bots nieder. Sie rückten weiter vor und schafften es irgendwie durch die Zerstörung zu dringen.

Plötzlich wurden sie langsamer. Luke wechselte wieder auf Stoßfeuer. während die Alarmanzeige seiner Maschinenkanone aufgrund der Überhitzung blinkte.

Bots, Patronenhülsen, Munitionskisten und zerstörte Gebäude waren überall. Luke verfolgte gegnerische Bots, die zurück rannten und sendete ein paar Feuerstöße hinterher. Ein paar Bots traf er.

“Gute Arbeit an der Maschinenkanone!”, rief ein Team-Anführer, als sie in das Gebiet eindrangen. Sie fluteten durch das Schlachtfeld und rückten weiter vor.

“Wie läuft’s, Ladies and Germs?” Ich bin hier, um euch zu zeigen, wie man einen Knotenpunkt einnimmt”, schrie jemand im lokalen Chat.

Luke schwenkte seinen Geschützturm und sah zu, wie Verstärkungen in die Basis strömten, während Landungsschiffe von der Landezone abhoben.

“Scheiße, Luke: Bei den Geschütztürmen – hinter dir!”, schrie Jynx.

Luke verließ den Geschützturm, griff sein Gewehr und sprang weg. Geschosse trafen dort ein, wo er eben noch war. Er feuerte aus der Hüfte und erlegte einen von ihnen mit einem Feuerstoß. Ein Luftzug passierte ihn, als Fin feuerte und einen weiteren Bot traf.

“Scheiße, danke.” Luke überprüfte die Anzahl seiner Munition.

“Es kommen noch mehr. Sie flankieren uns von links!”, sagte Fin.

Luke blickte zur Konsole. “Der Geschützturm ist hin.”

Fin feuerte ein paar Mal. Jynx bewegte sich zu ihm und feuerte auf die Flanke. Luke nahm dem Bot, vor dem Fin ihn gerettet hatte, eine Granate ab, machte sie scharf und warf sie in Richtung Flanke. Er traf einen Container in der Nähe der Treppe.

Zwei Bots rannten heraus und hechteten zur Treppe hinter Jynx und Fin. Luke mähte sie mit einem Feuerstoß nieder, woraufhin sie zu Boden gingen.

Das Gewehr im Anschlag, bewegte sich Luke um den Container herum. Nichts. Er drehte sich zur Flanke und mähte einen Bot nieder der sich im vollen Lauf befand. Er hatte keine Chance zu reagieren, da sein Momentum den Körper trug.

“Wir fangen an, den Knotenpunkt einzunehmen!”, schrie ein Squad-Anführer im Kommando-Chat.

“Nehmt die Produktionsanlagen neben dem Kommandoposten auseinander. So unterbrechen wir ihren Nachschub!”, sagte ein anderer.

Luke lud sein Gewehr nach und hielt nervös Ausschau nach Gegnern, während verbündete Verstärkung durch die Bresche flutete und ihn die Basis vordrang.

“Passt auf! Da sind Leute auf der rechten Seite, die versuchen uns zu flankieren!”

“Verstanden!” Zwei Gruppen bewegten sich nach rechts.

“Ich sehe niemanden”, sagte Jynx.

“Ich auch nicht”, fügte Fin hinzu.

Ihre Waffen waren stumm, doch aus der ferne drang Kampflärm herbei, der in der Höhle widerhallte.

Luke sah auf die Karte. Die Gruppen, die nach rechts vorgestoßen waren, kamen schnell voran. “Okay, sieht so aus, als wäre das erledigt. Wollt ihr hoch?”

“Zur Hölle ja, das will ich”, sagte Jynx.

Fin plünderte eine Pistole. “Diese Dinger haben einen ordentlichen Wumms.”

“Alle Waffen haben das. Wir reißen regelrecht Löcher in die Bots”, erwiderte Jynx.

“Lasst mich ein paar Granaten mitnehmen”, sagte Luke.

Fin lachte. “Du sprichst meine Sprache.”

Sie bewegten sich den Korridor hinauf und plünderten auf ihrem Weg Ausrüstung und Munition.

Ein Aufleuchten auf der Karte zeigte Luke alles, was er wissen musste. “Der Kampf bewegt sich in den hinteren Teil der Höhle. Wir wurden aus dem Kommandoposten gedrängt, aber wir fangen an, den Bereich durch unsere schiere Anzahl zu erobern”, sagte Luke

“Zeig uns den Weg”, sagte Fin.

Luke überprüfte ein letztes Mal seine Ausrüstung und folgte dann dem Pfad der anderen Squads. Sie bewegten sich zwischen Containern, Felsvorsprüngen und maschinellen Anlagen hindurch. Jemand streckte seinen Kopf hervor; Lukes ganze Körper spannte sich an und im letzten Moment ließ er den Abzug los, als er die Namensplakette über dem Kopf sah. “Scheiße. Ich hätte dich beinahe erschossen. Wie sieht es aus?”

“Du hast mich auch ganz schön erschreckt. Der Ort ist ein verfluchtes Labyrinth. Ich decke den Rücken. Der Rest des Squads ist auf der Jagd. Ich würde sagen, dringt zum Knotenpunkt vor. Ist ein verdammtes Chaos da drin.” Er winkte in Richtung der Tunnel.

“Danke.”  Luke winkte die anderen weiter in Richtung der Kampfgeräusche. Sie bewegten sich zwischen Gebäuden und Containern hindurch.

Etwas explodierte auf der anderen Seite der Höhle.

“Woo-hoo! Wir haben ihre Produktionsanlagen erwischt!”

"Weiterer Nachschub im Anflug. Wo wollt ihr ihn haben?”, fragte der Pilot eines Turtles.

“Bring ihn direkt zum Tor, wenn du willst”, sagte Luke.

“Mache ich. Wenn ich mir eine Rakete im Laderaum einfange, schiebe ich es auf dich, Tavares489!”, sagte er und nannte Luke’s Gamertag.

“Klingt gut”, lachte Luke, während er seinen Kopf um eine Ecke streckte. Kugeln schlugen neben ihm ein und er duckte sich wieder.

“Um die Ecke campen welche.” Luke erinnerte sich an den offenen Bereich, den er gesehen hatte, und an die Container, von denen die Schüsse vermutlich gekommen waren. Er holte eine Granate hervor, zog den Ring und warf sie, gefolgt von einer Zweiten, etwas nach rechts versetzt.

“Macht euch bereit”, sagte er.

Die erste Granate ging hoch und Luke bewegte sich. Die Zweite ging hoch und zerfetzte einen Bot zur Hälfte, als dieser nach rechts rannte. Luke feuerte und tötete ihn mit einem Feuerstoß, der den Bereich abdeckte.

Fin bewegte sich zu seiner Linken. “Ich übernehme links.”

“Ich übernehme rechts”, folgte Jynx.

Fin feuerte. “Habe einen.”

Lukes Augen zuckten und er vergaß zu blinzeln, während er sich auf die rauchende Ecke eines durchlöcherten Containers zubewegte.

Er blickte um die Ecke. Eine Gruppe von Bots rannte durch einen Korridor von Containern auf der linken Seite. “Gegner rennen zwischen den Containern!” Er bewegte sich vor, kniete sich hin, pingte sie an und feuerte als er aufgehört hatte zu reden.

Er jagte Kugeln durch die dünnen Container; gegnerische Kugeln erwiderten seinen Beschuss.

Jynx feuerte über Lukes Kopf hinweg. Ihre Geschosse schnitten eine Linie durch die Container.

Luke beendete seinen Beschuss und scannte, als Jynx aufhörte zu feuern.

“Denkst du, sie sind tot?”, fragte Jynx.

Stille erfüllte die Luft.

“Ich sehe nach. Gebt mir Deckung.”

Luke trat hervor, überprüfte beide Seiten mit erhobenem Gewehr und rannte zu den Containern. Mehrere Bots lagen auf dem Boden.

“Jep, du hast sie erwischt. Kommt!” Luke wollte dort verschwinden, bevor der Krach andere aufmerksam machte.

Er lachte, schüttelte den Kopf und übernahm wieder die Führung.

“Wir sind direkt hinter dir”, sagte Jynx.

“Lasst uns gehen.” Luke bewegte sich in das gegenüberliegende Gebäude, durchquerte das modulare, eingeschossige Bauwerk und schaute durch die sechseckigen Gitterfenster, deren Scheiben durch eingeschlagenes Schrapnell und Kugeln ein Spinnweben-Muster hatten. Durch sie erblickte man die Straße, die hoch zum Kommandoposten führte.

“Alles klar. Der Kommandoposten hat vier, aus Containern bestehende Wände an den Ausgängen—”

“Granaten?”, fragte Fin.

“Ein paar kleine Kisten wurden als Deckung zwischen den Containern aufgestapelt.”

“Granaten”, bestätigte Fin.

Luke versuchte Fin durch seinen Bot anzustarren. “Sie schießen über die Mauer hinweg.”

Fin seufzte. “Klingt für mich nach Granaten.”

“Granaten?” fragte Jynx.

“Verfickte Granaten”, stimmte Luke lachend zu. “Sie schießen noch nicht auf uns. Nutzt diese Tür. Werft die Granaten so hart wie möglich über die Container. Wartet bis sie hochgehen und rennt dann rein.”

“Alles klar, ich gebe Deckung. Ihr zwei seid besser im Werfen”, sagte Jynx.

“Klingt gut.” Luke wechselte zum Kommando-Chat. “Hey, wir werden ein paar Granaten von der—” Er überprüfte seine Karte. “---Ostseite rein werfen. Sobald sie hochgehen, stürmen wir. Golf Squad, seid ihr dabei?”

“Wir sind hier gerade festgenagelt!”

Luke sah zum Gebäude, in dem sich das Squad versteckte. Kugeln schlugen rund um sie herum ein.

“Jynx, nimm das Gebäude da unter Beschuss. Gib Golf ein wenig Deckung.” Er pingte die Stelle an, aus der die Kugeln kamen.

“Verstanden.”

“Bereit?”

“Jup!” Jynx hatte ihr Maschinengewehr genau unter dem Fenster und schaute durch das Spinnweben-Glas.

“Granaten!” Fin hielt eine hoch und zog den Ring. Er hatte sie gesammelt.

Luke schüttelte den Kopf. “Der Gollum der Granaten.”

“Wenigstens kann er sich von ihnen trennen. Andernfalls wäre es übel”, sagte Jynx.

Fin liebkoste sein Granatenbaby.

“Alles klar! Drei, zwei, eins—los!”

Jynx stand auf, zerschlug mit ihrem Lauf das Obere des Fensters und nutzte ihn um sämtliches Glas zu entfernen. Sie stützte ihr Gewehr auf der Kante ab.

Luke und Fin zogen ihre Ringe und traten durch die Tür. Sie warfen die Granaten über die Containerwände vor dem Kommandopunkt und rannten wieder zurück ins Gebäude. Fin schickte noch eine zweite Granate hinterher, bevor sie wieder rein gingen.

Luke griff sein Gewehr und Fin zog eine Maschinenpistole hervor, die er geplündert hatte.

Die Granaten gingen hoch.

“Wir gewinnen das Eroberungs-Rennen!”

[Eroberung]

[20%>]

“Bewegt euch”, rief Luke.

Fin war der Erste, der draußen war.

“Ich gebe euch Deckung!”, sagte Jynx und feuerte weiter auf die Mauern.

“Okay!” Luke rannte hinter Fin her.

Das sechsköpfige Golf-Squad und ein paar zusammengewürfelte, verbündete Bots rannten zum Kommandoposten.

“Granaten, wenn ihr welche habt!”, schrie Luke, als sie die Container erreicht hatten.

“Fickt euch!”, schrie ein Verteidiger im lokalen Chat und rannte raus.

Fin, Luke und drei andere schossen auf den Bot und legten ihn um.

“Wir verteidigen in Frieden!”, rief ein Verteidiger.

“Eher in Einzelteilen. Könnt ihr nicht einfach leise sterben?”, beschwerte sich ein Angreifer.

Fin hielt eine Granate und der Ring war in seiner Hand. Lukes Magen kroch in seine Lunge, als Fin sie über die Mauer warf.

Granaten trafen die Container und den Kommandoposten mit dem Geräusch von Metall, das auf Metall prallte.

“Verda—”

Luke lief um die Ecke und fand zerstörte Bots vor.

“Haltet eure Granaten zurück, Verbündete dringen vor!”

Luke sah wie ein Bot ohne Beine sein Gewehr hob. Zwei Geschosse schalteten seine Lichter aus.

“Nach oben, verdammt nochmal!”, schrie der Golf-Anführer die Einheiten an, die um den Kommandoposten campten.

[Eroberung]

[85%>]

Der Kommandoposten fiel schnell, da die meisten Verteidiger nun ausgeschaltet waren.

“Tür!”, schrie Fin.

“Ihr sollt nicht eintreten!”

“Ich bringe Geschenke!”, schrie Fin und warf drei Granaten in den Türbereich.

Sie gingen hoch. Luke rannte hinein und erschoss einen Bot hinter einer Konsole. Ein weiterer stand auf und er mähte ihn ebenfalls nieder. Kugeln schlugen in die Wände ein, als ein dritter auf ihn schoss.

Er wurde niedergemäht, bevor Luke überhaupt eine Chance hatte, ihn anzusehen. Fin nahm ihn aus dem Spiel, während verbündete Bots durch die anderen Eingänge hereinkamen und weitere Bots ausschalten, die sich im Raum versteckt hielten.

Bots kamen aus ihren Verstecken.

Fin ging getroffen von einer Salve nieder und erwischte den Angreifer mit seiner eigenen, letzten Salve.

“Verdammt!”

[Eroberung]

[99%>]

[Sieg]

Der Beschuss durch die Angreifer ebbte ab, als die Bots der Verteidiger inaktiv wurden. Kein Verteidiger im Kommandoposten schaffte es lebend heraus. Alle waren zu aufgedreht.

“Woo-hoo!”, schrie Jynx.

“GG. Scheiße war das gut!” Andere traten dem lokalen Chat bei.

“Verdammt!”

“Also, was bekommen wir?”

“Verteidiger?”

“Fin, wir haben gerade gewonnen. Kannst du respawnen?”, fragte Luke.

“Ja klar. Ähm, Kumpel, schau dir mal deinen Account an!”

Luke schaute sich den Nachbericht an, der detailliert seinen Beitrag zum Angriff zeigte.

“Sieht aus, als erhielten wir, basierend auf unserem Einsatz, mehr oder weniger Prozente des Loots von allem, was der Gegner hatte”, sagte Fin.

[Sieg]

[Erhalten: 2120057 Platinum/1060 Credit(s)]

[Spawnpunkt “Monkey Balls” jetzt verfügbar]

[An Sphere World verkaufen oder Behalten?]

“Heilige Scheiße”, zischte Luke. “Ist das echt?” Das waren mehr Credits, als er in den letzten paar Jahren verdient hatte. Und ein großer Teil einer Monatsmiete!”

“Verdammt, das sind eine Menge Punkte. Ich schätze mal, dass ist für alles hier?” erwiderte Jynx.

Leute fingen an, im Chat zu reden, um Abholungen zu organisieren, während andere an der Verteidigung arbeiteten.

“Was ist los?” Luke nutzte den lokalen Chat, um mit dem Anführer des Golf-Squads zu reden.

“Wir haben den Knotenpunkt eingenommen. Wenn du deine Creds haben willst, musst du deinen Loot an Sphere World verkaufen. Die schicken dann ein Shuttle runter und sammeln alle Materialien ein, die an sie verkauft wurden, und du bekommst deine Auszahlung. Oder du behältst es, musst dich dann aber selbst um den Transport kümmern, wenn du es mitnehmen willst. Oder du nutzt es zur Verteidigung. Wer am Meisten beigetragen hat, bekommt den Kommandoposten.”

“Warum sollte man verteidigen wollen?”, fragte Luke. Er konnte sich kaum davon abhalten, auf den Verkaufsbutton zu drücken. Seine Haut war vor Aufregung heiß und kalt, während er befürchtete, dass alles nur ein riesiger Hoax war. Das könnte wirklich die Antwort sein, nach der er suchte.

“Je länger man verteidigt, desto mehr holen die Schürfer an Ressourcen raus. Und umso mehr Ausrüstung kannst du herstellen oder in den Produktionsanlagen bauen lassen. Siehst du all die Waffen, Gebäude und Bots hier? Das alles wurde gebaut. Jedes mal wenn Leute einen Knotenpunkt angreifen, wird er stärker. Mehr Mauern, mehr Geschütztürme, mehr Schürfer und Produktionsanlagen. Verteidiger spawnen in den Bots, die sie gebaut haben, während die Angreifer von Sphere World herkommen müssen. Wobei ich schätze, dass man in einem Knotenpunkt Bots bauen könnte, um dann einen anderen anzugreifen.” Der Squad-Anführer beendete seinen Vortrag mit einem Achselzucken.

“An alle die gehen: Wir kaufen eure Bots mit Materialien, die ihr an Sphere World verkaufen könnt!”, schrie der Kommandeur. Der gesamte Bereich hat sich in einen Tauschbasar verwandelt.

Luke sah Jynx an. “Warum verkaufen wir sie nicht? Dann können wir uns mit Fin in SW treffen und einen anderen Knotenpunkt angreifen.”

“Klingt gut für mich!”, rief Fin.

“Verstanden.”, lachte Luke. Er betätigte den Verkaufsbutton, als ein Gong in seinem Anzug losging.

[Joey geplant für Nutzung des Anzugs]

Luke knurrte.

“Tut mir leid, mein Bruder ist dran. Ich muss offline gehen.”

“Ooooch! Verdammt, Kumpel”, sagte Fin.

“Kannst du später heute Abend nochmal online kommen?”

“Vermutlich nicht. Ich glaube Marissa ist nach ihm dran. Treffen wir uns morgen?”

“Aber sicher. Sehe dich dann!”, sagte Jynx.

Luke lächelte; andere würden ihn für den Fakt, dass er den Anzug mit seiner Familie teilte, aufziehen.

Er loggte aus und spürte, wie der Anzug sich um ihn herum lockerte und öffnete.



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